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PFLEGE

So klappt es mit der Zahnpflege

Wie in dieser Ausgabe bereits zum Thema „Erste Hilfe für den Hund“ erwähnt, kann unser Bello nicht sagen, was ihm wehtut. Das gilt natürlich auch für Zahnschmerzen, die den Vierbeiner plagen, ohne dass man es evtl. merkt. Darum ist vorbeugende Zahnpflege für den Hund ebenso wichtig, wie für uns Menschen, und da der Vierbeiner sich nicht selbst mit einer Zahnbürste die Zähne putzen kann – müssen wir ihm dabei helfen.

Damit du verstehst, warum das Zähneputzen bei Hunden nicht eine spießige Marotte, sondern eine ganz wichtige Angelegenheit ist, erkläre ich vorab einige Fakten, die man wissen sollte:
Einige werden jetzt sagen: „Man kann auch alles übertreiben – Zähneputzen beim Hund – womöglich auch noch mit einer Zahnbürste! Dem Wolf hat früher auch keiner die Zähne geputzt, und der konnte auch nicht zum nächsten Zahnarzt gehen.“
Das ist zwar richtig, zumindest der Rest. Auch ich habe noch nie einen Förster gesehen, der mit einer Zahnbürste durch den Wald geht und Füchsen und Wildschweinen die Zähne putzt. Aber die Fress- und Verhaltens-Gewohnheiten eines wilden Wolfes und eines Haushundes sind natürlich sehr unterschiedlich. Hat der Wolf früher, und auch jetzt noch, in freier Wildbahn seine Zähne nur ab und zu für das Reißen seiner Beute gebraucht, werden die Zähne des Haushundes nicht nur für das Fressen benutzt, sondern ebenso für die unterschiedlichsten Spiele, wie Stöckchen oder Ball holen, wilde Zerrspiele, das holen schwerer Gegenstände, und vieles mehr. Dabei werden die Zähne teilweise überbeansprucht und nutzen schneller ab, oder es treten Verletzungen an Zähnen oder Zahnfleisch auf, die unangenehme und schmerzhafte Folgen haben können.
Pflegt man die Zähne des Vierbeiners regelmäßig kann man nicht nur Verletzungen am Maul, sondern auch frühzeitig Karies oder Zahnstein an den Zähnen erkennen und behandeln lassen.

Hat man nicht aufgepasst und nicht genügend gepflegt, kommt es oft zu Entzündungen, erst des Zahnfleisches und dann der Zähne.
Am meisten aber sind Bakterien für Entzündungen des Zahnfleisches verantwortlich, die nach jeder Mahlzeit zusammen mit Essenresten an den Zähnen kleben bleiben. Außerdem lagert sich durch den Speichel Zahnstein an den Zähnen ab. Ohne Pflege sind Entzündungen vorprogrammiert, sich durch rote Ränder an den Zähnen ankündigen. Wenn es schlimmer wird löst sich das Zahnfleisch langsam von den Zahnwurzeln ab und es entstehen sogenannte Taschen, in denen sich die Essenreste sammeln und den Bakterien eine regelrechte Brutstätte geben. Das geht hin bis zum Zahnausfall. Ein weiteres Signal für ein Zahnproblem ist ein unangenehmer Geruch aus dem Maul des Hundes. All das sind Dinge, die du kontrollieren und feststellen kannst. Viel schwerer ist es, zu merken, ob dein Vierbeiner einen entzündeten Zahn und damit auch zum Teil böse Zahnschmerzen hat.
Hier muss man mit etwas Gefühl an die Sache gehen und genau hinschauen. Die eine Möglichkeit ist es, den Hund zu beobachten, wenn er an einem Kauknochen herumkaut. Tut er das immer nur auf einer Seite, kann man davon ausgehen, dass er die andere Seite schont, weil sie ihm weh tut, und zwar bei jeder Belastung.

Die zweite Möglichkeit ist, dem Vierbeiner warmes Wasser in den Trinknapf zu geben. Hat er empfindliche Zähne wird er nur ganz kurz schlabbern und dann aufhören. Wenn keine Wirkung ersichtlich ist, sollte man es noch einmal mit relativ kaltem Wasser probieren.
Aber auch am Verhalten des Hundes kann man feststellen, ob er Zahnprobleme hat, beispielsweise, wenn er sich lieber in einer Ecke verkriecht und nicht mehr an Spielchen teilnehmen will, wenn er schnell aggressiv wird, oder wenn er doch einmal an Zerrspielen teilnimmt und beim Zubeißen plötzlich zu jaulen anfängt und los lässt.
Den Hunden geht es genau so wie den Menschen, wenn sie Zahnschmerzen haben, denn so ein Entzündungsherd wirkt sich auf den gesamten Organismus negativ und erschöpfend aus. Darum solltest du, um deinem Hund Schmerzen und Mißmutigkeit zu ersparen, ihm die Zähne putzen.
Die Utensilien: Man sollte eine elektrische Zahnbürste benutzen, weil diese neben einem kleinen Kopf auch nicht so viel hin und her bewegt werden muss. Der Kopf dreht sich automatisch. Dazu sollte man keine Zahnpasta für Menschen aussuchen, die Hunde wegen der Geruchs- oder Geschmackszusätze meist nicht mögen. Es gibt spezielle Zahnpasta für Hunde in fast jeder Zoofachhandlung.

Die Handlung des Zähneputzens: Man sollte den Vierbeiner langsam an das Zähneputzen gewöhnen. Am besten ist es, wenn man schon im Welpenalter damit anfängt. Dabei sollte man eine Methode wählen, bei der der Hund das Gefühl hat, etwas ganz tolles zu bekommen oder beschmust zu werden.
Und so fängt man auch an. Man schmust mit dem Hund herum, dass er sich richtig wohl fühlt. Dabei versucht man, sein Maul spielerisch zu öffnen und seine Finger ins Maul zu stecken. Man muss sich sehr viel Zeit dabei lassen, und immer wieder neu beginnen, bis der Vierbeiner das als normal ansieht.
Jetzt muss man Bello an das Geräusch der elektrischen Zahnbürste gewöhnen. Beim Spielen nimmt man sie in die Hand und macht sie nicht zu nahe ab und zu an und aus. Man geht dabei immer näher, so lange, wie keine Abwehr zu sehen ist. Dann macht man die Zahnbürste aus und geginnt Bello damit zu streicheln. Die Pfoten, die Ohren, die Nase usw. Später macht man das auch mit laufender Zahnbürste.

Wenn bis dahin alles stressfrei funktioniert, fängt man mit allem vor vorne an, jedoch jetzt, indem man Bello in den offenen Mund fasst, an seinen Zähnen spielt – erst mit den Fingern, dann mit der nicht laufenden Zahnbürste – später mit der laufenden Zahnbürste usw. Bello wird sich bei behutsamem Vorgehen relativ schnell daran gewöhnen und sich gerne die Zähne putzen lassen. Gutes Gelingen.

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