TATTOO-HISTORY – Tattoo Spirit https://tattoo-spirit.de/tsp Europas grosse Tattoo Illustrierte Sat, 01 Aug 2026 19:02:13 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.29 Die kriegerische Welt der alten Wikinger https://tattoo-spirit.de/tsp/die-kriegerische-welt-der-alten-wikinger/ Sun, 30 Aug 2026 05:00:07 +0000 https://tattoo-spirit.de/tsp/?p=63844 Während Hollywood die Wikinger meist als dunkles, plünderndes und brandschatzendes Vagabunden-Volk darstellt, hat uns die Geschichte gelehrt, dass diese Seefahrer-Kultur in Wirklichkeit ein wenig anders war. An den Küsten des Nord- und Ostseeraumes betrieben die Wikinger Viehzucht und Ackerbau, einen blühenden Handel und eine große Kultur. Die Ära der Wikinger war kurz aber gewaltig. Ihren […]

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Während Hollywood die Wikinger meist als dunkles, plünderndes und brandschatzendes Vagabunden-Volk darstellt, hat uns die Geschichte gelehrt, dass diese Seefahrer-Kultur in Wirklichkeit ein wenig anders war. An den Küsten des Nord- und Ostseeraumes betrieben die Wikinger Viehzucht und Ackerbau, einen blühenden Handel und eine große Kultur.

Die Ära der Wikinger war kurz aber gewaltig. Ihren Einfluss auf Kultur, Architektur und Kunst spüren wir noch bis heute. Vor allem die nautischen Kenntnisse der Nordmänner waren überaus beeindruckend. Während die Wikinger bereits die Meere eroberten und mit ihren schnellen Drachenbooten sogar bis an die Küste Amerikas gelangten, steckte die Seefahrt in der restlichen Welt noch in den Kinderschuhen. Im Gegensatz zu dem bisherigen Glauben, dass Wikinger stets in kleinen Gruppen auf ungeordnete blutige Raubzüge gingen, weiss man heute, dass die nordischen Männer sehr wohl grosse Meister in Taktik und Strategie waren.

So eroberten z.B. dänische Wikinger mit Hilfe einer gigantischen Armee im achten Jahrhundert einen Grossteil von England und Schottland und im Jahre 885 belagerte eine nordische Streitmacht sogar Paris. Im Europa des Mittelalters fürchtete man die Wikinger vor allem wegen ihres Mutes, ihrer Tapferkeit, ihrer Todesverachtung und ihrer unbändigen Willensstärke und Kraft. Genau diese Charaktereigenschaften machen den Wikinger heute zu einem so beliebten Tattoo-Motiv. Vor allem in nordeuropäischen Ländern, in denen viele Fragmente der germanischen Kultur in die heutige Gesellschaft übergegangen sind, werden die Wikinger und deren Drachenboote noch oft auf der Haut verewigt.

Die alten Wikinger waren nicht unbedingt bekannt für ihre Friedfertigkeit

In der Tattoo-Szene finden wir heute meist Wikinger-Portraits, die uns an Mut, Tapferkeit und Stärke erinnern. Immer häufiger wird dabei auch die alte Schrift der Wikinger als Tattoo verwendet. Die am häufigsten von den Wikingern verwendeten Symbole waren nämlich die Runen, eine damals weit verbreitete minimalistische Schriftart. Forscher fanden weit mehr als 6.000 verschiedene Runenschriften, alle aus dem skandinavischen Raum und der alten Wikingerzeit. Die älteste bekannte Runenschrift stammt jedoch nicht aus Norwegen oder Schweden, sondern aus dem deutschen Bundesland Schleswig Holstein und wird auf ca. 150 n. Chr. datiert.

Mit dem Ende der Wikinger-Ära im 11. Jahrhundert, verschwand auch die Runenschrift Stückchen für Stückchen. Doch während sich im Südwesten Europas die lateinische Schrift ausbreitete und im Osten die kyrillischen Buchstaben ins Leben gerufen wurden, hielten die nordischen Länder noch bis weit in das 15. Jahrhundert an den Schriften fest. In der schwedischen Landschaft Dalarna wurden Runenschriften noch als lebendige Schrift, als wichtige Tradition bis in das 19. Jahrhundert gelehrt und von Generation an Generation weiter gegeben.

Fotos: Intueri, Nejron Photo, Uladzimir Zgurski – shutterstock.com

Mit den alten Wikingern verbinden wir viele weitere Tattoo-Motive. Schilde, und Schwerter, Drachen und Drachenboote. Eines der am weitesten verbreitete Motiv ist wahrscheinlich die Wikinger-Axt. Diese Waffe wird leider sehr oft falsch dargestellt. Sie gleicht nicht etwa der zweischneidigen großen Streitaxt, wie wir sie vielleicht aus alten Conan der Barbar Filmen kennen, sondern ist lediglich einseitig geschliffen und wesentlich kleiner und leichter.
Die Runen und Bildmotive der alten Wikinger eignen sich vor allem für die Liebhaber von Mythologien, alten Sagen und fast vergessenen historischen Kulturen.

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Wenn ein einziges tätowiertes Wort zu einer Religion wird https://tattoo-spirit.de/tsp/wenn-ein-einziges-taetowiertes-wort-zu-einer-religion-wird/ Fri, 12 Jun 2026 05:00:14 +0000 https://tattoo-spirit.de/tsp/?p=78100 Die Ramnami Samaj protestieren seit über 100 Jahren mit ihren Tätowierungen gegen das indische Kastensystem und dessen Ungerechtigkeiten – Ramnami Samaj ist eine hinduistische Sekte, die in den 1890er Jahren von Parasuram gegründet wurde und den Gott Ram verehrt. Die hauptsächlich in Chhattisgarh lebenden Anhänger tätowieren das Wort „Ram“ auf ihren Körpern und tragen Schals […]

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Die Ramnami Samaj protestieren seit über 100 Jahren mit ihren Tätowierungen gegen das indische Kastensystem und dessen Ungerechtigkeiten – Ramnami Samaj ist eine hinduistische Sekte, die in den 1890er Jahren von Parasuram gegründet wurde und den Gott Ram verehrt. Die hauptsächlich in Chhattisgarh lebenden Anhänger tätowieren das Wort „Ram“ auf ihren Körpern und tragen Schals mit dem Wort „Ram“ und Kopfbedeckungen aus Pfauenfedern.

Seit über 100 Jahren tragen die Ramnami Samaj den Namen ihres Gottes auf ihrer Haut. Als „Gesellschaft im Namen von Ram“ übersetzt, tätowierten die Ramnami Samaj ihre Körper angesichts der Diskriminierung durch höhere Kasten als Symbol, sowohl für Freiheit und soziale Gleichberechtigung, als auch für religiöse Hingabe.

Fotos: Akella Srinivas Ramalingaswami, shutterstock.com

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Zwar ist das Kastensystem in Indien schon seit vielen Jahren offiziell verboten, doch inoffiziell gelten vielerorts immer noch die selben Regeln wie vor hunderten von Jahren. Zu Beginn der „Ramnami-Bewegung“ wurde den niedrigen Kasten der Zugang zu Tempeln und gemeinschaftlichen Einrichtungen verboten. Um zu zeigen, dass Kasten bedeutungslos waren und dass Gott überall war, tätowierte der Ramnami Samaj seinen Namen auf ihre Körper. Eine permanente Erinnerung daran, dass Gott allgegenwärtig ist und immer bei ihnen ist.

Seit den 50er Jahren verschwinden die Ram-Tattoos immer mehr. Junge Leute lassen sich viel eher westliche Tattoos stechen und religiöse Motive werden immer seltener, während die Alten langsam aber sicher aussterben.

Ob die Tätowierungen des Ramnami Samaj eine Zukunft haben, ist ungewiss, aber die Tradition und Geschichte dieses Glaubens wird sicherlich noch lange nach dem Tod der letzten tätowierten Ältesten fortgesetzt.

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Die Meisterwerke von Utagawa Kuniyoshi https://tattoo-spirit.de/tsp/utagawa-kuniyoshi/ Mon, 08 Dec 2025 06:00:09 +0000 https://tattoo-spirit.de/tsp/?p=61570 Seit jeher sind Liebhaber klassischer Tätowierungen begeistert von japanischen Hautbildern. Sie üben eine magische Faszination auf den Betrachter aus, eine künstlerische Anziehungskraft, wie die eines Magneten auf Objekte aus Eisen. Japanische Tätowierungen folgen dabei glasklaren Richtlinien, dennoch sind sie reich gesegnet an fantasievollen Motiven aus mys­tischer Vergangenheit, voller Fabel­wesen, Helden und Dämonen. Utagawa Kuniyoshi ist […]

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Seit jeher sind Liebhaber klassischer Tätowierungen begeistert von japanischen Hautbildern. Sie üben eine magische Faszination auf den Betrachter aus, eine künstlerische Anziehungskraft, wie die eines Magneten auf Objekte aus Eisen. Japanische Tätowierungen folgen dabei glasklaren Richtlinien, dennoch sind sie reich gesegnet an fantasievollen Motiven aus mys­tischer Vergangenheit, voller Fabel­wesen, Helden und Dämonen.

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Utagawa Kuniyoshi ist weltweit für tausende Tätowierer eines der wichtigsten Leitbilder ihrer farbenprächtigen Schaffenskraft. Geboren wurde er 1798 im alten Edo, dem heutigen Tokio (1868 unter Tenno Mutsuhito umbenannt). Als Sohn eines Seidenfärbers half er seinem Vater schon in früher Kindheit bei der aufwändigen Gestaltung von Seidentüchern. Bald darauf gelangte Kuniyoshi zur bildenden Kunst und studierte unter dem japanischen Künstler Kuninao, bis einige seiner Werke die Aufmerksamkeit des bekannten Holzschnittmeisters Toyokuni erregten. Im Jahr 1811, also mit gerade einmal 13 Jahren, wurde Utagawa in dessen Kunststudio zugelassen und entwickelte sich schnell zum wichtigs­ten Schüler seines neuen Meisters. 1814 schloß Utagawa seine Lehre ab, sein Lehrer Toyokuni verlieh ihm den Beinamen Kuniyoshi und entließ ihn als freien Künstler.

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Wie viele andere Künstler seiner Zeit, widmete sich auch Kuniyoshi dem Drucken von Theaterszenen, doch anfänglich mit sehr mäßigem Erfolg. Die ersten Jahre seiner eigenständigen Karriere waren kaum von Glück geprägt, und so musste er sich mit den einfachsten Handarbeiten, wie dem Reparieren von Fußmatten, durchschlagen. Erst ein eher zufälliges Treffen mit seinem alten Mitschüler Kunisada brachte Bewegung ins Spiel. Kunisada war bereits ein angesehener und erfolgreicher Künstler, und da sich Kuniyoshi ihm gegenüber immer überlegen gefühlt hatte, spornte ihn dessen Erfolg immens an. Trotz der künstlerischen Rivalität wurden beide schnell Freunde, inspirierten sich oft gegenseitig und arbeiteten sogar lange Zeit eng zusammen. Sein alter Schulfreund und dessen Erfolg waren demnach der lang ersehnte Funke, der Kuniyoshis Karriere erleuchten ließ und eine erste Serie heroisch dargestellter Helden der Antike brachten ihm die erhoffte Anerkennung.

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Den Durchbruch und die Grundlage für seinen bis heute andauernden Ruhm schaffte Kuniyoshi mit der Bildreihe der „108 Helden“. Die Geschichte der 108 Helden des Suikoden geht auf einen alten chinesischen Roman über 108 ehrenwerte Banditen zurück – eine Art von asiatischer Robin Hood-Geschichte. Besonders in Japan war diese, eigentlich aus dem China des 14. Jahrhunderts stammende, Novelle unglaublich populär. 1827 wurde Kuniyoshi vom Verleger Kagaya Kichibei mit den ersten Entwürfen zur Illustration der 108 Helden beauftragt. Kuniyoshi, noch vor wenigen Jahren arm wie eine Kirchenmaus, wurde regelrecht über Nacht berühmt. Nach Ansicht aller damaligen und auch noch heutigen Kunstkritiker, war er mit diesen Arbeiten seiner Zeit weit voraus und galt somit als einer der besten Ukiyo-e Künstler (jap. Bilder der fließenden Welt: Sammelbezeichnung für ein bestimmtes Genre der japanischen Malerei und der japanischen Druckgrafik). Nach 1855 und dem großen Erdbeben, das weite Teile Edos verwüstete, produzierte Kuniyoshi kaum noch Arbeiten und verstarb, in tiefe Depressionen verfallen, am 14. April 1861 an den Folgen eines Schlaganfalls
Ab 1840 zeigen viele der Farbholzschnitte von Kuniyoshi große Einflüsse westlicher Mal- und Grafikkunst. Er selbst besaß eine umfangreiche Sammlung westlicher Stahlstiche. Kuniyoshi bewunderte sie genauso wie die europäischen Impressionisten später die japanischen Grafiken bewundern sollten. Der westliche Einfluss zeigt sich bei den Kuniyoshi-Farbholzschnitten in verschiedener Weise: Der Gebrauch der Perspektive, die Art, wie er Wolken zeichnete und der Versuch, die Effekte von Licht und Schatten zu zeigen. Kuniyoshi war Zeit seines Lebens immer ein ganz normaler Mann geblieben, keine Anzeichen von Starallüren oder anderen ruhmbedingten Charakterveränderungen. Besonders für Katzen hatte er eine ganz besonder Liebe entwickelt. Einer seiner Studenten erinnerte sich daran, dass in Kuniyoshis Haus immer ein Dutzend Katzen herumliefen, um die sich der Künstler liebevoll kümmerte. Katzen konnte man auch immer auf einigen seiner Holzschnitte finden – manchmal versteckt in einer Ecke des Bildes. Ein echter Kuniyoshi-Farbholzschnitt mit der Abbildug einer Katze hat daher unter Sammlern einen ganz besonderen Wert.

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Bis heute gelten die Werke von Utagawa Kuniyoshi als epochale Meisterwerke mit dem höchsten Einfluss auf die Welt der Tätowierungen. Selbst in der Gegenwart werden tausende Tätowierer täglich von den Arbeiten dieses längst verstorbenen Künstlers inspiriert und noch viele weitere Tausende tragen tätowierte Reproduktionen und Interpretationen dieses Mannes auf ihrer Haut. Selbst 146 Jahre nach seinem Tod bleibt Ukiyo-e Künstler Utagawa Kuniyoshi einer der bedeutendsten Eckpfeiler asiatischer Tätowierungen.

In einer sich so schnell verändernden Welt, in der alles, was heute neu zu sein scheint, schon morgen alt sein wird, ist gerade der Blick zurück in die Vergangenheit oftmals eine weise Entscheidung, besonders dann, wenn es um ein so weitreichendes Thema wie die Welt der Tätowierungen geht. Der Blick zurück auf das bewegende Leben Kuniyoshis ist dabei besonders lohnenswert.

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Die Kopfjäger aus Indien https://tattoo-spirit.de/tsp/die-kopfjaeger-aus-indien/ Sat, 20 Sep 2025 05:00:46 +0000 https://tattoo-spirit.de/tsp/?p=62638 Das Urvolk der eindrucksvollen Naga Krieger stammt aus dem fernen Indien. Noch heute leben im Grenzgebiet zu Myanmar eine handvoll dieser alten Kopfjäger. Es ist noch gar nicht allzu lange her, da gingen die Krieger vom Volk der Naga in Indien noch auf die Jagd nach Köpfen. Gemeint sind dabei nicht irgendwelche Trophäen diverser Tiere, […]

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Das Urvolk der eindrucksvollen Naga Krieger stammt aus dem fernen Indien. Noch heute leben im Grenzgebiet zu Myanmar eine handvoll dieser alten Kopfjäger. Es ist noch gar nicht allzu lange her, da gingen die Krieger vom Volk der Naga in Indien noch auf die Jagd nach Köpfen. Gemeint sind dabei nicht irgendwelche Trophäen diverser Tiere, sondern echte Menschenköpfe.

Im Grenzgebiet zu Myanmar lebt noch heute das Urvolk der Naga. Ihr Stamm lebt schon seit Jahrhunderten nach den alten Ritualen der Urväter. In ihrem festen Glauben gehen die Kräfte und die Lebensenergie getöteter Gegner auf den Krieger über, wenn sie deren Köpfe erbeuten. Meist sind es die abgetrennten Häupter von Feinden, aber auch die Köpfe der Verstorbenen werden oftmals gesammelt. Denn je mehr Köpfe ein Stammesmitglied zu seinem Besitz zählen kann, desto höher ist sein Ansehen innerhalb der Gruppe. Die Tätowierungen der alten Naga-Krieger sind nicht einfach nur ein unbedeutender Körperschmuck. Sie zeigen in den meisten Fällen an, wie viele Gegner jemand getötet hat und wie er den Kopf seines Opfers gewann. So zeigt das V-förmiges Tattoo eines Kriegers, dass dieser einen seiner Gegner wie ein Tiger gejagt, gestellt und schließlich getötet hat. Meist sind es sehr einfache Linien und Symbole, die bei den Naga als Tattoomotiv getragen werden. Doch trotz ihrer simplen Optik sind diese Motive sehr bedeutungsvoll und erzählen nicht selten umfangreiche Geschichten aus dem Lebern des entsprechenden Trägers.

Ein Häuptling eines Naga Stammes zeigt voller Stolz sein V-förmiges Brusttattoo, was ihn für jeden als erfolgreichen Kopfjäger sichtbar macht. Dieses sogenannte Tiger-Tattoo soll dem Glauben der Naga nach, die Energie und Kraft des Tigers an den Krieger weitergeben, wenn dieser tötet. Der Stammeshäuptling hat bereits dutzende Köpfe gesammelt, was seine vielen Tätowierungen unmissverständlich zum Ausdruck bringen. Tätowierungen beginnen bei den Naga auf der Brust, dann auf den Armen und anderen Körperstellen. Das unerlaubte und falsche Anbringen eines Tattoos wird bei den Naga nicht selten­ mit Verbannung und sogar mit dem Tode bestraft.

Die Tattoos der Naga sind demnach so etwas ähnliches wie Auszeichnungen, die den Rang und die Stellung innerhalb der Gesellschaft anzeigen. Die Tätowierungen kennzeichnen den Träger als mutigen und tapferen Krieger, denn die Kämpfe auf Leben und Tod wurden bei den Naga stets im Nahkampf und mit Handwaffen bestritten. Ein Kopfjäger musste seinem Feind also stets in die Augen sehen, wenn er ihn töten und seinen Kopf erbeuten wollte.

Heute leben die Naga noch immer in den selben Gebieten, wie ihre Vorfahren. Die jungen Leute sind nicht mehr zu Kriegern herangewachsen, sondern schon vor langer Zeit in die großen, westlich geprägten Städte gezogen. Zurück blieben nur die alten Häuptlinge und Krieger der indischen Kopfjäger.

Fotos: David Evison, shutterstock.com

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Das Mittelalter https://tattoo-spirit.de/tsp/das-mittelalter/ Sat, 08 Dec 2018 13:26:59 +0000 https://tattoo-spirit.de/tsp/?p=60045 Ritter, Krieger, Schwerter und Schlachten – Die Welt des Mittelalters ist duster und brutal. Kaum eine Epoche liefert uns so viele Mythen und Legenden wie das Mittelalter. Ob Drachen, Magier oder edle Ritter, sie alle finden hier ihren Platz. Und obwohl diese Zeit schon längst vergangen sein mag, finden dennoch die tiefen Bedeutungen der unterschiedlichen […]

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Ritter, Krieger, Schwerter und Schlachten – Die Welt des Mittelalters ist duster und brutal. Kaum eine Epoche liefert uns so viele Mythen und Legenden wie das Mittelalter. Ob Drachen, Magier oder edle Ritter, sie alle finden hier ihren Platz. Und obwohl diese Zeit schon längst vergangen sein mag, finden dennoch die tiefen Bedeutungen der unterschiedlichen Motive dieser Tage ihren Weg bis in unsere Gegenwart.

Die Gründe für die Wahl einer mittelalterlichen Tätowierung sind ebenso unterschiedlich wie die Motivvielfalt selbst. DasMittelalter Sehr oft sind mit dem Motiv verflochtene Charaktereigenschaften der Initiator für derartige Tattoos. So wie zum Beispiel auch bei Thomas, Bankkaufmann und begeisterter Tattoo-Fan aus Koblenz: »Den Ritter habe ich mir stechen lassen, um mich immer an das Gute zu erinnern. Gerade in unserer heutigen Zeit finde ich es nicht verkehrt, sich selbst öfter einmal an Menschen zu erinnern, deren ständiges Bestreben es war, für andere Gutes zu tun. Der Ritter steht für Stärke, Mut, Hilfsbereitschaft, Ehre und noch viele weitere positive Eigenschaften. Mir ist natürlich bewußt, daß der klassische Ritter, wie ich ihn aus den Filmen meiner Kindheit kennengelernt habe, nie wirklich existiert hat. Doch in dieser Beziehung bin ich nun mal hoffnungslos romantisch und halte daher an dem Bild des edlen, treuen Ritters fest.

In der Tat sind mittelalterliche Motive einerseits von unseren heutigen Vorstellungen über jene Zeit geprägt, die mit der Realität nichts zu tun haben (wie z.B. der weise alte Zauberer, der in Wahrheit vermutlich als Ketzer auf dem Scheiterhaufen gelandet wäre), andererseits basieren einige Bedeutungen noch immer auf den ursprünglichen Ängsten der Menschen, sei es der feuerspeiende Drache, der als Bestie das perfekte Jagdziel des tapferen Ritters war, oder Dämonen, die im „finsteren“ Mittelalter eine regelrechte Hochkonjunktur feierten, denn mit der Macht der Kirche wuchs sowohl die Angst vor dem Zorn Gottes als auch die Furcht vor teuflischen Dämonen, die den Körper jedes noch so frommen Mannes heimsuchen konnten.

Aber wieso eigentlich „finsteres“ Mittelater? Nun, als Mittelalter bezeichnen Historiker den dunklen Abschnitt der europäischen Geschichte, der zwischen der Antike und der Neuzeit liegt. Dabei sind die Übergänge zwischen diesen Epochen natürlich fließend. In den meisten sich wissenschaftlich mit dem Thema auseinandersetzenden Texten beginnt das frühe Mittelalter mit dem durch die DasMittelalter Völkerwanderung besiegelten Fall des Römischen Reiches, wobei sich die extremen strukturellen Veränderungen jener Zeit auch in einem massiven Verlust von Wissen und Kultur im gesamten europäischen Raum äußern. Die gewaltigen architektonischen Leistungen der Römer zerfielen in Schutt und Asche, die nachfolgenden Völkerscharen errichteten auf den Trümmern eine neue, weitaus primitivere Zivilisation, in der die seit den frühen Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien gemachten wissenschaftlichen Errungenschaften, die von Griechen und Römern so vorzüglich zur Vollendung gebracht worden waren, fast vollständig vergessen und zum Teil erst sehr viel später wiederentdeckt wurden. Vor allem den Bestrebungen der frühen christlichen Mönchsorden ist es zu verdanken, daß nicht alles Wissen verloren ging, denn sie sammelten und kopierten die alten Texte der Griechen und Römer, übersetzten sie ins Lateinische und behüteten sie wie einen kostbaren Schatz.

Erst Karl der Große leitete um 800 n.Chr. eine kulturelle Wende ein, indem er die alten Schriften der Antike sorgfältig und in großem Umfang rekonstruieren und studieren ließ. Mit ihm begann eine neue Zeit, die sich schließlich in der Bildung der großen europäischen Königs- und Kaiserreiche und der Herrschaft von Feudalismus und Lehnswesen äußerte. Das Mittelalter stellt sich als eine etwa tausendjährige Epoche dar, in der die Mehrheit der in Europa lebenden Menschen praktisch versklavt war. Es steht für die Diktatur des Glaubens durch die römisch-katholische Kirche, die gewalttätige Auslebung von religiösem Fanatismus in vorher nie gekanntem Maßstab (Kreuzzüge und Hexenwahn sind nur zwei Stichpunkte), die Ohnmacht der untersten Volksschicht gegen das ungerechte Ständesystem und für die bewußte Unterdrückung von Wissen und Bildung. Die Interprätation der in Latein gehaltenen Bibel – der wichtigsten Schrift jener Zeit – blieb aufgrund der weitgehend unbelesenen Bevölkerung, die gar kein Latein sprach, der Kirche vorbehalten; sie allein bestimmte, stets im Sinne von Religion und Staat, das „korrekte“ Weltbild und suggerierte dem Volk eine religiös fundamentierte Ordnung der Dinge, die es in Wahrheit gar nicht gab. Der Kirche nach waren alle von oben verordneten Untaten rechtens (schließlich wurden Könige und Kaiser vom unfehlbaren Papst gekrönt), und am Ende des Weges wartete ja auf jeden wahrhaft Gläubigen zur Belohnung das Paradies.

So halfen sich Kirche und Adel gegenseitig, und die Menschen mühten sich um „rechte“ Lebensweise, um wenigstens nach dem Tod glücklich zu werden. Erst diese Hörigkeit des Mittelalter gegenüber Staat und Religion konnte zu den anatischen Auswüchsen führen, die uns das Mittelalter so gerne als „finster“ definieren lassen. Die Kirche mühte sich, dem Volk Angst vor der Dunkelheit der eigenen Seele zu machen, erklärte Menschen, die durch zuviel Weisheit und Wissen über den wahren Stand der Dinge zum Problem wurden, zu Ketzern und schürte die Furcht vor dem Teufel und seinen Kreaturen. Kurz gesagt: Es war ein Zeitalter der Angst vor sich selbst, die man dann an seinem Nächsten ausließ, ein perfekter Nährboden für die Heils und Haßlehren der allein seeligmachenden Kirche. Zuende geht das Mittelalter dann mit dem Aufkeimen des Widerstandes gegen diese ungerechten Strukturen und den alleinigen Anspruch der katholischen Kirche auf die Religion. Die Übersetzung der Bibel in die jeweilige Landessprache ermöglichte es plötzlich sogar dem einfachen Mann, die „Fehler im System“ zu erkennen, und der Wunsch nach Veränderungen wuchs; die Reformation brachte echte Alternativen für religiöse Lebensführung ins Spiel, und die Renaissance führte im künstlerisch-kulturellen Bereich zu einer neuen Freiheit des Denkens, was sämtliche Vorrechte, die sich die Oberschicht jahrhundertelang gesichert hatte, in Gefahr brachte.

Was folgte, war dementsprechend eine extrem blutige Zeit der Veränderung, in der Adel und Kirche ihren Machtverlust mit allen Mitteln zu verhindern suchten. Die einmal begonnenen Umwälzungen aber setzten einen nicht mehr aufzuhaltenden Prozeß in Gang. In einer Zeit, in der die religiösen Dogmen bröckelten, konnten sich Wissenschaft und Bildung wieder frei entfalten. Der Mensch redefinierte seinen Platz im weltlichen Gefüge. Die Neuzeit hatte, wenn auch unter Schmerzen, begonnen, und brachte den Menschen eine eue Art von Licht und Schatten. All dies erklärt, warum bestimmte Motive, die sich in verschiedenen Kulturkreisen finden lassen, in ihrer europäischen Gestalt einen finsteren Aspekt annehmen. Am deutlichsten trifft das auf sagenhafte Wesen zu: Die bei uns negativ behafteten Dämonen sind in der europäischen Kunst stets von Tod und Verderben umgebene Teufel; andere Kulturen gehen mit Geisterwesen freundlicher um. Auch der Drache ist im asiatischen Raum ein Glücksbringer, bei uns aber die Bestie, die vom tapferen Helden erschlagen werden muß; der Drache als Freund des Helden entstammt eher der moderneren Fantasy-Literatur.

Ein Großteil der klassischen Mittelalter-Motive wird im realistischen Tattoo-Stil dargestellt und demnach meist in schwarz/grau gestochen. Für eine wirklich optimale Darstellung eines Mittelalter-Tattoos bedarf es eines erfahrenen Künstlers. Daher sollte die Suche nach einem passenden Studio nicht leichtfertig verlaufen. Hinreichende Recherche und ausreichende Vergleiche sind äußerst wichtig, um den Wunschtätowierer zu finden. Hinzu kommt noch: Ein alter Merlin hat nun schon 1500 Jahre gewartet, um auf deiner Schulter, deinem Arm oder deinem Rücken ein passendes Plätzchen zu bekommen – auf den einen oder anderen weiteren Monat kommt es nun auch nicht mehr an.

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Die Chin Frauen aus Myanmar https://tattoo-spirit.de/tsp/die-chin-frauen-aus-myanmar/ Sun, 08 Jul 2018 08:15:53 +0000 https://tattoo-spirit.de/tsp/?p=59907 Zwischen Indien und Thailand liegt das reizvolle Myanmar. Mit einer jahrtausende alten Körperkunst-Kultur fasziniert es uns bis heute. Die Gesichts-Tattoos der alten Chin-Frauen sind legendär. Entstanden sind sie vor vielen Generationen als Schutz vor Not und Sklaverei. Vor vielen hundert Jahren wurden den jungen Frauen in Myanmar die Gesichter tätowiert ,um sie vor den Häschern […]

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Zwischen Indien und Thailand liegt das reizvolle Myanmar. Mit einer jahrtausende alten Körperkunst-Kultur fasziniert es uns bis heute. Die Gesichts-Tattoos der alten Chin-Frauen sind legendär. Entstanden sind sie vor vielen Generationen als Schutz vor Not und Sklaverei.

Vor vielen hundert Jahren wurden den jungen Frauen in Myanmar die Gesichter tätowiert ,um sie vor den Häschern des Königs zu schützen. Dieser sandte seine Untertanen aus, um hübsche junge Mädchen für seinen Palast zu holen. Die Diener des Königs taten wie ihnen befohlen wurde und stahlen überall im Land den verzweifelten Eltern ihre junge Töchter. Um sie zu schützen, ließen sie ihrem Nachwuchs das Gesicht tätowieren, damit sie für die Königsgetreuen nicht mehr attraktiv waren. Schnell entwickelte sich aus dieser einstigen Nottat ein echter Kult. Nach einiger Zeit wurden die Gesichtstattoos der Chin-Frauen nicht mehr zu einem Makel, sondern viel mehr zu einem Schönheitsideal. Für viele Jahre wurden die Gesichtstätowierungen in Myanmar vom Staat verboten. Inwischen stören sich aber die meisten ländlichen Einwohner nicht mehr an die alten Gesetze und pflegen erneut die Tradition der Gesichtstattoos.

Foto: Tuomas Lehtinen, Zzvet, shutterstock.com

In Europa kennt man das Land immer noch unter der alten Bezeichnung Burma. Tatsächlich wurde es auch erst im Juni 1989 offiziell umbenannt. Nach langer Militärherrschaft, hat Myanmar seit 2011 ein Semipräsendielles Regierungssystem mit einem zivilen Präsidenten als Oberhaupt.

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Die Heimat der Tribal Tattoos https://tattoo-spirit.de/tsp/die-heimat-der-tribal-tattoos/ Wed, 14 Feb 2018 10:04:19 +0000 https://tattoo-spirit.de/tsp/?p=62326 Wer die Anfänge der klassischen Maori-Tattoos ergründen möchte, der kommt im Grunde um dieses Land nicht herum. Die Rede ist von Neuseeland, dem kleinen südpazifischen Insel-Paradies am Ende der Welt. Mit gerade einmal 4,5 Millionen Einwohnern gehört Neuseeland zu dem am wenigsten besiedelten Gebieten der Welt. Dies spiegelt sich eindrucksvoll in den nahezu unberührten Naturlandschaften […]

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Wer die Anfänge der klassischen Maori-Tattoos ergründen möchte, der kommt im Grunde um dieses Land nicht herum. Die Rede ist von Neuseeland, dem kleinen südpazifischen Insel-Paradies am Ende der Welt. Mit gerade einmal 4,5 Millionen Einwohnern gehört Neuseeland zu dem am wenigsten besiedelten Gebieten der Welt. Dies spiegelt sich eindrucksvoll in den nahezu unberührten Naturlandschaften wider.

Entdeckt wurde Neuseeland 1642 vom Niederländer Abel Tasman. Seine erste Begegnung mit den einheimischen Maori endete in einem blutigen Debakel und erst über einhundert Jahre später nahm 1769 der berühmte Seefahrer James Cook ersten Kontakt zu dem tätowierten Urvolk auf. Das wohl berühmteste Tattoo der Maori ist das sogenannte Moko, ein Gesichtstattoo, das in seiner Ausführung weltweit einzigartig ist.

Fotos: Chris-Howey, Patricia-Hofmeester, Pichugin-Dmitry, Jose Gil, shutterstock.com

Archäologischen Funden nach zu urteilen kamen Moko-Tätowierungen von Polynesien aus nach Neuseeland. Der Tattoo-Prozess eines Mokos war langwierig und äußerst schmerzvoll. Das Instrument, das zum Tätowieren benutzt wurde, war eine Art Meißel. Aus Knochen gefertigt, wurde dieses Instrument an einer Seite stark geschärft. Im ersten Schritt wurden mit diesem Meißel tiefe Schnitte in die Gesichtshaut gezogen. Anschließend benetzte man den Meißel mit einer Tinktur, die entweder aus verbrannten Kauri-Muscheln oder Gummi bestand, oder wahlweise auch aus verbranntem Obst und Blattraupen gewonnen wurde. Diese Farbe wurde dann mit dem Meißel in die Wunde gedrückt.

Literatur-Tipp: Maori Bedeutungen

Maori Bedeutungen- Polynesien Tattoos – Volume 2 – Im Bereich der Tätowierungen genießen die Motive und Symbole der MAORI die größte Aufmerksamkeit und Nachfrage. Mit unserem neuen Buch Maori – Bedeutungen zeigen wir die Hintergründe dieser eindrucksvollen Motive auf und bieten ein Nachschlagewerk für alle Tattoo-Fans und Tätowierer. Das Buch ist hier online erhältlich: www.sina-shop.de

Diese Art der Tätowierung war wirklich sehr unangenehm, und oftmals wurden Blätter des Karaka-Baumes auf die stark geschwollene Gesichtshaut gelegt, um die Schmerzen ein wenig zu lindern und den Heilungsprozess zu beschleunigen. Der Kopf eines Maori wurde für den heiligsten Teil des Körpers gehalten, und weil das Tätowieren Blut kostete, wurde auch der Tätowierer (tohunga-ta-oko) als heiliger Mann angesehen.

Alle hochrangigen Maori trugen Tattoos, diejenigen ohne solchen Körperschmuck betrachtete man als Menschen ohne sozialen Status.
Heute ist Neuseeland in den urbanen Gebieten komplett westlich geprägt. Städte, wie beispielsweise Wellington, sind von amerikanischen oder europäischen Großstädten nicht zu unterscheiden. Erst wenn man abseits der uns bekannten Zivilisation auf Entdeckungsreise geht, kommt man in den Genuss des „echten“ Neuseelands.

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Tattoo-Pionier Charlie Wagner https://tattoo-spirit.de/tsp/tattoo-pionier-charlie-wagner/ Tue, 13 Feb 2018 20:18:58 +0000 https://tattoo-spirit.de/tsp/?p=61979 Es gibt eine handvoll Tätowierer, denen die internationale Tattoo-Szene unendlich viel zu verdanken hat. Viele von ihnen sind schon lange tot und begraben – aber nicht vergessen. Ein solcher Pionier war der Amerikaner Charlie Wagner. Charlie Wagner – 1875 bis 1953 – Tattoo-Pionier Charlie gehörte in seiner Zeit zu den ganz großen des Körperkunstgeschäftes. Wagner […]

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Es gibt eine handvoll Tätowierer, denen die internationale Tattoo-Szene unendlich viel zu verdanken hat. Viele von ihnen sind schon lange tot und begraben – aber nicht vergessen. Ein solcher Pionier war der Amerikaner Charlie Wagner.

Charlie Wagner – 1875 bis 1953 – Tattoo-Pionier Charlie gehörte in seiner Zeit zu den ganz großen des Körperkunstgeschäftes. Wagner arbeitete über 40 Jahre lang als professioneller Tätowierer. Bis zu seinem Tod, im Jahr 1953, stach er unzähligen Kunden die unterschiedlichsten Tattoo-Motive in die Haut.

Den meisten Tätowierern ist Charlie Wagner ein Begriff wegen seiner vielseitigen Erfindungen im Bereich der Tattoo-Maschinen. So meldete er zum Beispiel 1904 ein eigenes Maschinen-Design zum Patent an. Es war das allererste Maschinenmodell mit Spulen in vertikaler Anordnung. Fast alle modernen Maschinen der heutigen Zeit werden in eben diesem Design gebaut. Wagner war auch einer der ersten Tätowierer, der sich mit dem Vertrieb von Farben und Zubehör befasste. Er war demnach einer der allerersten Supplier der Welt.Charlie Wagner übernahm in New York den Tattooshop am Chatham Square von niemand geringerem als Samuel O’Reilly. Dieser hatte 1891 die allerste Tattoomaschine zum Patent angemeldet. In seiner Zeit galt Wagner als „Michelangelo of Tattooing“ und seine Motive, die wir heute als Oldschool kennen, waren damals modern und revolutionär. Die meisten seiner Kunden kamen aus dem Schausteller-gewerbe oder waren Angehörige der Navi. Echte Seeleute waren fast immer tätowiert und Charlie Wagner war für seine Seemannsmotive weit über die Grenzen der Stadt bekannt. Viele seiner Kunden reisten von weit her an und manche kamen sogar aus dem Ausland. Sein Ruf als hervorragender Tätowierer machte Charlie zu einem der allerersten Tattoo-Stars der Geschichte, vergleichbar mit heutigen Künstlern wie Bob Tyrrell, Carlos Torres oder Dmitriy Samohin.

Nicht nur Wagner selbst war von Kopf bis Fuss tätowiert, auch Ehefrau Maud Stevens teilte seine Leidenschaft für bunte Hautbilder. (Foto oben: Los Angeles 1907, alle Tattoos wurden von Charlie gestochen).

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Die 47 Ronin https://tattoo-spirit.de/tsp/die-47-ronin/ Thu, 01 Feb 2018 20:01:49 +0000 https://tattoo-spirit.de/tsp/?p=54281 Die Geschichte der 47 Ronin ist ein in Japan sehr berühmtes Ereignis, bei dem 47 Krieger den Tod ihres Herrn rächten. Die Ereignisse gelten als vorbildliches Beispiel für die bedingungslose Treue der Samurai (der Ausdruck Ronin bezeichnet einen herrenlosen Samurai) und werden teilweise zu den Nationalmythen Japans gezählt. Die Auseinandersetzung Im Jahre 1701 wurden zwei […]

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Die Geschichte der 47 Ronin ist ein in Japan sehr berühmtes Ereignis, bei dem 47 Krieger den Tod ihres Herrn rächten. Die Ereignisse gelten als vorbildliches Beispiel für die bedingungslose Treue der Samurai (der Ausdruck Ronin bezeichnet einen herrenlosen Samurai) und werden teilweise zu den Nationalmythen Japans gezählt.

Die Auseinandersetzung
Im Jahre 1701 wurden zwei Daimyo (Fürsten) an den Hof des Shogun in Edo (dem heutigen Tokio) gerufen. Es handelte sich um Kamei Sama sowie den in den nachfolgenden Ereignissen getöteten Asano Naganori, der junge Daimyo des Lehens Ako in der Provinz Harima (im westlichen Honshu gelegen). Sie wurden mit der Aufgabe betraut, eine Empfangszeremonie für das Gefolge des Higashiyama-Tenno vorzubereiten, der zur turnusmäßigen Daimyo-Versammlung Sankin Kotai am Hof des Shogun erscheinen würde.
Zur Unterweisung in den nötigen höfischen Etiketten waren sie auf den Zeremonienmeister Kira Kozuke No Suke Yoshinaka angewiesen, einem mächtigen Amt im Shogunat des Tokugawa Tsunayoshi. Dieser war jedoch mit den beiden Daimyos sehr unzufrieden, vorgeblich wegen der Geringfügigkeit der Geschenke, die in Kompensation für Unterweisungen üblicherweise gegeben wurden und für einen zügigen Fortschritt deutlich höher erwartet wurden. Diese korrupten Zustände wurden von dem strenggläubigen Asano (der Lehre des Konfuzius folgend) zurückgewiesen. Der Hofmeister Kira zeigte sich hierin arrogant, man schreibt ihm geschichtlich auch schlechte Manieren zu, und so begann Kira, die beiden Daimyo zu beschimpfen und nur sehr nachlässig mit den Unterweisungen fortzufahren.
Während Asano die Zustände in stoischer Weise ertrug, wurde Kamei Sama immer erzürnter und plante den Hofmeister Kira zu töten, um so die unwürdige Schmach zu rächen. Kamei Samas aufmerksame Ratgeber übergaben jedoch insgeheim Kira eine große Bestechungssumme und verhinderten so dieses Desaster, das es sowohl für ihren Fürsten wie den Hofstaat bedeutet hätte. Daraufhin behandelte Kira Kamei Sama sehr zuvorkommend, und dieser beruhigte seinen Zorn.

Um so heftiger behandelte Kira nun jedoch Asano, da dieser keine Anzeichen machte, dem Beispiel zu folgen. Er verfluchte und beleidigte Asano in aller Öffentlichkeit und nannte ihn schließlich einen ungehobelten Dorfdeppen. Daraufhin verlor Asano die Beherrschung. Er attackierte Kira mit dem Dolch, verletzte ihn mit dem ersten Streich nur im Gesicht, verfehlte ihn mit dem zweiten, wobei er in ein Kissen stach – danach hatten die Wachen die beiden schon wieder getrennt. Kiras Verletzung war nicht wirklich schwer, aber ein Angriff auf einen Hofbeamten des Shogunats war schwerwiegend – schon das Ziehen einer Waffe galt in Edo als eine Straftat, die mit der Todesstrafe geahndet wurde, weshalb man Asano nahelegte, Seppuku (rituellen Suizid) zu begehen. Nach Asanos Selbstmord am gleichen Tage wurden seine Güter und Ländereien eingezogen, das Lehen Ako fiel an den Shogun und Asanos Samurai wurden zu herrenlosen Ronin. Die Neuigkeiten erreichten Oishi Kuranosuke Yoshio, den wichtigsten Ratgeber am Hof Asanos, worauf dieser die Führung ergriff, Asanos Familie in Sicherheit brachte, und nachfolgend die Burg an die Gesandten der Regierung übergab.

Der Racheplan der Ronin
Unter den 300 Gefolgsleuten von Asano fanden sich nun 47 (einige Quellen sagen, es waren anfänglich über fünfzig), die den Tod ihres Fürsten nicht ohne Rache hinnehmen wollten, darunter besonders deren Anführer Oishi Kuranosuke, obwohl Blutrache in einem Fall wie diesem verboten war. Obschon sie sich bewußt waren, welche harte Strafe sie erwarten würde, verschworen sie sich und leisteten einen geheimen Schwur, den Tod ihres Herren mit dem Tod von Kira zu rächen.
Jedoch waren sie sich bewusst, dass Kira streng bewacht wurde, sein Haus stark befestigt war und ein unmittelbarer Angriff mit Sicherheit scheitern würde – um Erfolg zu haben, müssten sie erst die Wachen überwältigen. Um die Befürchtungen von Kira und anderen Beamten des Shogunats zu beruhigen, zerstreuten sie sich und verdingten sich als Händler und Mönche. Oishi selbst ließ sich in Kyoto nieder und begann, sich regelmäßig in Bordellen und Tavernen umzutun, ganz so, als würde er nicht im Traum die Umsetzung einer Blutrache in Erwägung ziehen. Der Zeremonienmeister Kira jedoch blieb misstrauisch und ließ ihn und andere Gefolgsleute Asanos von Spionen beobachten.In dieser Zeit begab es sich, dass Oishi völlig betrunken von einer Zechtour in einer Straße hinfiel und einfach dort einschlief, belacht von den Passanten. Ein Mann aus Satsuma, der gerade vorbeikam, konnte ob des für einen Samurai unziemlichen Verhaltens nicht mehr an sich halten – sowohl die Unfähigkeit, den Tod ihres Herrn zu rächen, als auch Oishis miserable Befindlichkeit ebenda. Er schlug und beschimpfte Oishi, trat ihm ins Gesicht (obwohl es sonst eine schwere Beleidigung ist, das Gesicht eines Samurai auch nur zu berühren, ganz zu schweigen von Hieben) und spuckte auf ihn.
Kurze Zeit später ging dann Oishis Frau zu ihm, die bis dahin loyal zu ihm stand, und beklagte sich, dass er es zu weit triebe. Auf der Stelle vollzog er die Scheidung und schickte sie mit den beiden jüngeren Kindern fort. Der älteste Sohn Chikara blieb bei dem Vater, der sich nun eine junge Konkubine ins Haus holte. All dies wurde auch Kira zugetragen, der sich mehr und mehr in Sicherheit wiegte, da die Gefolgschaft von Asano offensichtlich nur aus unfähigen Samurai zu bestehen schien, die nicht den Mut aufbrachten, ihren Herrn zu rächen. Sie schienen ungefährlich für ihn, und er lockerte die Bewachung.
Nun sammelte sich die ehemalige Gefolgschaft Asanos in Edo, und in ihrer Rolle als Handwerker und Händler erlangten sie Zugang zu Kiras Haus. Sie machten sich vertraut mit dessen Aufbau und den Vorgängen der Dienerschaft darin. Ein Gefolgsmann, Kinemon Kanehide Okano, ging sogar soweit, die Tochter des Baumeisters des Hauses zu heiraten, um Zugriff auf die Baupläne des stark befestigten Hauses zu erlangen. Andere Gefolgsleute beschafften Waffen und brachten diese nach Edo hinein, was ebenfalls ein schwerer Verstoß war. Oishi war über all dies informiert.

Der Angriff
Im Dezember 1702 schließlich war Oishi Kuranosuke überzeugt, dass alles bereit sei und Kira nur schwach bewacht wurde. Unbemerkt von den Spionen stahl er sich aus Kyoto hinaus. Die Schar versammelte sich an einem geheimen Ort in Edo, wo sie ihren Schwur gegenseitig erneuerten.
Der Angriff auf das Haus von Kira Yoshinaka begann im Morgengrauen des 14. Dezember, bei heftigem Wind und starken Schneefällen, nach einem ausgeklügelten Plan. Sie trennten sich in zwei Gruppen, bewaffnet mit Schwertern und Langbögen. Die eine Gruppe, geführt von Oishi, griff das vordere Tor an. Die andere Gruppe, geführt von seinem Sohn Oishi Chikara, sollte das Haus am Hintereingang angreifen. Ein lauter Hammerschlag sollte den gleichzeitigen Angriff starten und ein Pfiff allen signalisieren, dass Kira tot war.
Sobald Kira tot sei, so plante man, solle ihm der Kopf abgetrennt werden und als Gabe am Grabstein ihres Herrn niedergelegt werden. Sie würden sich dann ergeben und die sicher folgende Todesstrafe erwarten. All dies wurde bei einem letzten Mahl besprochen, wo Oishi seine Mannen beschwor, Frauen, Kindern und anderen hilflosen Personen kein Leid anzutun.

Oishi befahl vier Männern, den Zaun zu übersteigen und in die Räume der Torwache einzudringen, wo diese gefangen und gefesselt wurden. Sodann schickte er Boten in alle angrenzenden Häuser, die diesen versicherten, sie seien keine Räuber, sondern eine Gefolgschaft, die den Tod ihres Herrn rächen wolle, und niemandem als Kira etwas geschehen würde. Die Nachbarn, die Kira ebenfalls hassten, verhielten sich still.
Nun positionierte er noch einige Bogenschützen (einige auf dem Dach), um zu verhindern, dass die noch Schlafenden entfliehen konnten, um Hilfe zu verständigen. Als alles bereit war, begann der Angriff mit einem gewaltigen Schlag an der Vorderseite. Zehn Gefolgsleute von Kira hielten dort Stellung, aber Oishi Chikaras Trupp verschaffte sich Zugang über den Hintereingang.
Kira floh in Todesangst mit seiner Frau und der weiblichen Gefolgschaft in einen Hinterraum der Veranda, während der Rest seiner Gefolgschaft, die in Baracken außerhalb geschlafen hatten, nun versuchte, in das Haus zu seiner Befreiung einzudringen. Da ihnen das nicht gelang, versuchte sie nach Hilfe zu schicken, aber alle Boten wurden von den vorsorglich aufgestellten Bogenschützen getötet.
Nach einem heftigen Kampf war dann schließlich der Letzte von Kiras Gefolgschaft bezwungen. Sechzehn von Kiras Mannen waren tot und zweiundzwanzig verwundet, darunter Kiras Enkel; jedoch von ihm selbst fehlte jede Spur. Sie begannen das Haus zu durchsuchen, fanden aber nur weinende Kinder und Frauen. Verzweiflung breitete sich aus, aber Oishi prüfte Kiras Bett und fand es noch warm vor – er konnte nicht weit sein.

Der Tod Kiras
Bei einer neuerlichen intensiven Durchsuchung fanden sie nun einen Zugang zu einem geheimen Innenhof, der hinter einem großen Wandteppich versteckt war. In diesem Innenhof befand sich ein kleiner Bau um Kohle und Brennholz zu stapeln. Dort stießen sie auf zwei weitere von Kiras Gefolgsleuten und töteten sie im Kampf. Bei der Durchsuchung des Schuppens fanden sie einen Mann, der sich dort versteckte und sie mit einem Dolch angriff, aber leicht entwaffnet werden konnte.
Der Aufgegriffene verweigerte, seinen Namen zu nennen, aber die Verfolger waren sicher, dass es Kira war und stießen einen Pfiff aus. Die anderen Ronin sammelten sich, und Oishi identifizierte Kira im Schein einer Laterne. Als letzten Beweis fand man die Narbe am Kopf, die Asano ihm beigefügt hatte.
Oishi kniete nun nieder, in Anbetracht des hohen Ranges von Kira, und erklärte diesem wer sie waren, und dass sie Rache für ihren toten Fürsten forderten, boten ihm aber den ehrenvollen Tod eines Samurai an, indem dieser sich selber töten möge. Oishi würde ihm sogar selbst als Sekundant beistehen, und bot ihm ebenjenen Dolch an, mit dem Asano sich getötet hatte.
So sehr sie Kira jedoch auch angingen, er blieb sprachlos und schlotterte vor Angst. Sie sahen ein, dass es sinnlos war, weiter zu fragen. Oishi befahl einem Ronin, Kira auf die Knie zu zwingen und tötete ihn, indem er ihm den Kopf mit dem Dolch abschnitt. Danach löschten sie die Lichter und Feuer im Haus (auch um zu verhindern, dass ein Feuer ausbrechen und auf die Nachbarn übergreifen könnte) und verließen mit dem Kopf das Haus. Den jüngsten Ronin schickte Oishi auf die Reise nach Ako, um allen dort zu sagen, dass die Rache geglückt sei.

Das Nachspiel
Im Zuge des heranbrechenden Tages trugen sie Kiras Kopf geschwind zum Grab ihres Herrn im Sengaku-ji Tempel, was viel Aufregung in die Straßen brachte. Die Nachricht über die Vorgänge machte schnell die Runde, und es wird berichtet, dass der Zug von Lobpreisungen begleitet wurde, ja einige sie zu einer Rast einluden und Erfrischungen anboten.
Als die 46 verbliebenen Ronin im Tempel eintrafen, wuschen und säuberten sie Kiras Kopf und legten ihn zusammen mit dem Schicksalsdolch auf den Grabstein von Asano. Sie beteten im Tempel und gaben dem Abt all ihr Geld, das sie noch hatten, mit der Bitte, sie würdig zu bestatten und ihnen Gebete zuteil werden zu lassen. Nun waren sie bereit sich zu ergeben – die Mannen wurden in vier Gruppen aufgeteilt in der Bewachung von vier verschiedenen Daimyos.
Zu dieser Zeit kamen zwei Freunde von Kira, um den Kopf zu holen und zu bestatten. Der Tempel besitzt bis heute die ursprüngliche Quittung, die diese Freunde und der Priester unterzeichnet hatten.
Die offiziellen Stellen des Shogunats waren nun in einer misslichen Lage. Die Samurai hatten einerseits nur die Kriegerriten des Bushido befolgt, der ihnen die Rache am Tod ihres Fürsten auferlegte, andererseits aber die Anweisungen des Shogunats missachtet, indem sie die verbotene Rache in Edo durchsetzten. Wie erwartet wurden sie zum Tode verurteilt, aber der Shogun erlaubte den Ehrentod des Seppuku, anstatt sie wie Kriminelle hinrichten zu lassen.

Die 46 Ronin folgten dem Befehl am 4. Februar 1703. (Da sich das Todesurteil des Shoguns auf diese bezog, obwohl ja 47 den Überfall durchführten, wird die Gruppe auch oft als „46 Ronin“ bezeichnet, was in der Geschichte immer wieder zu Verwirrung führt.) Die Verurteilten wurden wie gewünscht im Sengaku-ji Tempel begraben, in einer Reihe vor dem Grabstein ihres Herrn. Der 47. Ronin kehrte später von seiner Mission nach Ako zurück und wurde vom Shogun (man sagte wegen seines jugendlichen Alters) begnadigt. Er erreichte ein Alter von 78 Jahren und wurde dann neben seinen Kameraden beigesetzt.
Die Kleidung und Waffen, die von den Ronin getragen wurden, befinden sich noch heute im Tempel, zusammen mit dem Hammer und der Pfeife. Der größte Teil der Rüstung war in Heimarbeit entstanden, da sie vermeiden wollten, dass der Kauf geschmiedeter Rüstungsteile Aufmerksamkeit erregte.
Die Grabsteine entwickelten sich zu einem Anziehungspunkt, an dem Menschen sich versammelten und beteten. Darunter war auch der Mann aus Satsuma, der Oishi bespuckt und getreten hatte, als dieser betrunken im Rinnstein lag. Er bat um Vergebung für seine Taten, weil er gedacht hatte, dass Oishi kein wahrer Samurai sei. Dann beging er Selbstmord. Ihm wurde ein Grab neben den 47 Ronin zuteil.

Die Folgen
Während man diese Vorgänge als reinen Akt von Ehre und Loyalität sehen kann, so hatte dieses doch auch weit handfestere Gründe, die Wiederherstellung Asanos Fürstentums betreffend. Mit dem Tode des Herrn waren hunderte Samurai arbeitslos geworden und es war ihnen meistenteils nicht möglich, eine neue Anstellung zu finden, da sie aus einem entehrten Haus stammten. Viele mussten sich als Feldarbeiter und Tagelöhner durchschlagen. Die Geschichte der 47 Ronin reinigte den Namen, und viele der arbeitslosen Samurai fanden kurze Zeit nach dem ehrenvollen Todesurteil eine ehrenvolle Anstellung. Asano Daigaku Nagahiro, Takuminokamis jüngerer Bruder und Erbe, wurde vom Tokugawa-Shogunat erneut mit dem Fürstentum belehnt, wenn auch auf einem Zehntel des alten Territoriums.

Die Legende der 47 Ronin ist in Japan immer noch das wichtigste Beispiel für den Ehrencodex der alten Samurai. Sie dient aber nicht nur zur Veranschaulichung alter Werte, sondern soll darüber hinaus auch bis in unsere heutige Zeit, zu einem ehrenvollen Verhalten und Leben anregen

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Zeugen längst vergangener Zeiten https://tattoo-spirit.de/tsp/zeugen-laengst-vergangener-zeiten/ Sat, 27 Jan 2018 22:01:25 +0000 https://tattoo-spirit.de/tsp/?p=52393 Diese alten Aufnahmen sind zum Teil vor 100 Jahren entstanden und dokumentieren eindrucksvoll die alte Liebe zu ungewöhnlicher Körperkunst. Schon immer liebten es die Menschen ihre Köroer zu schmücken, und Tätowierungen waren schon damals nicht nur den Seeleuten vorbehalten.

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Diese alten Aufnahmen sind zum Teil vor 100 Jahren entstanden und dokumentieren eindrucksvoll die alte Liebe zu ungewöhnlicher Körperkunst. Schon immer liebten es die Menschen ihre Köroer zu schmücken, und Tätowierungen waren schon damals nicht nur den Seeleuten vorbehalten.

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Zum Wegschmeißen zu schade https://tattoo-spirit.de/tsp/zum-wegschmeissen-zu-schade/ Sat, 27 Jan 2018 12:41:05 +0000 https://tattoo-spirit.de/tsp/?p=51306 Pathologen aus aller Welt haben solche Exponate in ihrer Sammlung. Die Rede ist von tätowierter Haut. Konserviert, getrocknet, eingelegt – die Wissenschaftler haben die menschliche Haut auf unterschiedlichste Weise haltbar gemacht, um diese zeitgeschichtlichen Tätowierungen für die Nachwelt zu erhalten. Und während sich die meisten Pathologen mit einem kleinen Stückchen Pelle zufrieden geben, müssen die […]

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Pathologen aus aller Welt haben solche Exponate in ihrer Sammlung. Die Rede ist von tätowierter Haut. Konserviert, getrocknet, eingelegt – die Wissenschaftler haben die menschliche Haut auf unterschiedlichste Weise haltbar gemacht, um diese zeitgeschichtlichen Tätowierungen für die Nachwelt zu erhalten. Und während sich die meisten Pathologen mit einem kleinen Stückchen Pelle zufrieden geben, müssen die Japaner natürlich mal wieder übertreiben. Dort wurden komplette Ganzkörper-Tätowierungen konserviert, frei nach dem Motto: Zum Wegschmeißen zu schade!

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