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REPORTAGE

Die Kopfjäger aus Indien

Das Urvolk der eindrucksvollen Naga Krieger stammt aus dem fernen Indien. Noch heute leben im Grenzgebiet zu Myanmar eine handvoll dieser alten Kopfjäger. Es ist noch gar nicht allzu lange her, da gingen die Krieger vom Volk der Naga in Indien noch auf die Jagd nach Köpfen. Gemeint sind dabei nicht irgendwelche Trophäen diverser Tiere, sondern echte Menschenköpfe.

Im Grenzgebiet zu Myanmar lebt noch heute das Urvolk der Naga. Ihr Stamm lebt schon seit Jahrhunderten nach den alten Ritualen der Urväter. In ihrem festen Glauben gehen die Kräfte und die Lebensenergie getöteter Gegner auf den Krieger über, wenn sie deren Köpfe erbeuten. Meist sind es die abgetrennten Häupter von Feinden, aber auch die Köpfe der Verstorbenen werden oftmals gesammelt. Denn je mehr Köpfe ein Stammesmitglied zu seinem Besitz zählen kann, desto höher ist sein Ansehen innerhalb der Gruppe. Die Tätowierungen der alten Naga-Krieger sind nicht einfach nur ein unbedeutender Körperschmuck. Sie zeigen in den meisten Fällen an, wie viele Gegner jemand getötet hat und wie er den Kopf seines Opfers gewann. So zeigt das V-förmiges Tattoo eines Kriegers, dass dieser einen seiner Gegner wie ein Tiger gejagt, gestellt und schließlich getötet hat. Meist sind es sehr einfache Linien und Symbole, die bei den Naga als Tattoomotiv getragen werden. Doch trotz ihrer simplen Optik sind diese Motive sehr bedeutungsvoll und erzählen nicht selten umfangreiche Geschichten aus dem Lebern des entsprechenden Trägers.

Ein Häuptling eines Naga Stammes zeigt voller Stolz sein V-förmiges Brusttattoo, was ihn für jeden als erfolgreichen Kopfjäger sichtbar macht. Dieses sogenannte Tiger-Tattoo soll dem Glauben der Naga nach, die Energie und Kraft des Tigers an den Krieger weitergeben, wenn dieser tötet. Der Stammeshäuptling hat bereits dutzende Köpfe gesammelt, was seine vielen Tätowierungen unmissverständlich zum Ausdruck bringen. Tätowierungen beginnen bei den Naga auf der Brust, dann auf den Armen und anderen Körperstellen. Das unerlaubte und falsche Anbringen eines Tattoos wird bei den Naga nicht selten­ mit Verbannung und sogar mit dem Tode bestraft.

Die Tattoos der Naga sind demnach so etwas ähnliches wie Auszeichnungen, die den Rang und die Stellung innerhalb der Gesellschaft anzeigen. Die Tätowierungen kennzeichnen den Träger als mutigen und tapferen Krieger, denn die Kämpfe auf Leben und Tod wurden bei den Naga stets im Nahkampf und mit Handwaffen bestritten. Ein Kopfjäger musste seinem Feind also stets in die Augen sehen, wenn er ihn töten und seinen Kopf erbeuten wollte.

Heute leben die Naga noch immer in den selben Gebieten, wie ihre Vorfahren. Die jungen Leute sind nicht mehr zu Kriegern herangewachsen, sondern schon vor langer Zeit in die großen, westlich geprägten Städte gezogen. Zurück blieben nur die alten Häuptlinge und Krieger der indischen Kopfjäger.

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