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RATGEBER

Die Tattoos der Liebe

Kaum eine andere Motiv-Kategorie hat so tiefe Bedeutungen wie die Tattoos der Liebe. Etwas Liebgewonnenes auf der Haut, ein Motiv der Erinnerung an einen geliebten Menschen, der Ausdruck von Mutter- oder Vaterliebe, die Liebe des Kindes zu den Eltern. Es gibt so viele Möglichkeiten seine Liebe zu zeigen. Eine der schönsten Ausdrucksformen ist dabei natürlich immer noch eine Tätowierung auf der Haut.

Die Erläuterungen der Wissenschaft zum Thema Liebe lauten wie folgt: Der Begriff »Liebe« ist in der Biologie nicht definiert und damit keine wissenschaftliche Kategorie. Allgemein ist es schwierig, emotionale Prozesse mit naturwissenschaftlicher Methodik zu bearbeiten, zumal die zugrunde liegende Biochemie noch nicht ausreichend bekannt ist. Gesichert sind beim Menschen lediglich folgende Erkenntnisse: Neueren Untersuchungen des Gehirnstroms und Studien zufolge bewirkt Liebe in Bereichen des menschlichen Gehirns, die auch für Triebe (vgl. Motivation) zuständig sind, die höchste Aktivität, was darauf schließen lässt, dass das Gefühl, das gemeinhin als „Liebe“ bezeichnet wird, in seiner biochemischen Art einen starken Zusammenhang mit dem biologischen Trieb aufweist.

Die mitunter sehr lang anhaltenden Wirkungen der Liebe deuten aber auch auf neuroendokrine Prozesse hin, die dem Phänomen der Verliebtheit (Limerenz) zugrunde liegen. Verliebt sich ein Mensch, so sorgen verschiedene Botenstoffe für Euphorie (Dopamin), Aufregung (Adrenalin), rauschartige Glücksgefühle und tiefes Wohlbefinden (Endorphin und Cortisol) (umgekehrt können Momente, in denen man nicht mit der geliebten Person zusammen ist, als schmerzhaft empfunden werden) und erhöhte sexuelle Lust (Testosteron sinkt bei Männern, steigt bei Frauen). Auch Sexualduftstoffe (Pheromone) werden vermehrt abgegeben. Hingegen sinkt der Serotoninspiegel stark ab, wodurch der Zustand der Verliebtheit in diesem Punkt eine Ähnlichkeit mit vielen psychischen Krankheiten aufweist. Das trägt dazu bei, dass Verliebte sich zeitweise in einem Zustand der „Unzurechnungsfähigkeit“ befinden können, sich dabei zu irrationalen Handlungen hinreißen lassen und Hemmschwellen abbauen. Nach einiger Zeit (wenige Monate) gewöhnt sich der Körper an diese Dosen und ganz allmählich (laut WHO maximal nach 24-36 Monaten) beendet das Gehirn diesen sensorischen „Rauschzustand“. Nach 4 Jahren sind laut internationalen Statistiken die Scheidungen bei Menschen am häufigsten. Nach dieser Phase spielen die Hormone Oxytocin und das männliche Gegenstück Vasopressin, die Vertrautheit und Bindungen verstärkt, und Endorphine eine Rolle. Nach 2-4 Jahren ist die Beziehung eher von freundschaftlichen ausleben von gemeinsamen Interessen geprägt. Da die berauschenden Hormone ab einen bestimmten Punkt ihre Wirkung nicht mehr entfalten können, stellt der Körper ihre Produktion ganz ein. Die Folge sind Enzugserscheinungen und viele störende Eigenschaften, die beim Partner offen Zutage treten.

Alles höchst Wissenschaftlich und überaus trocken, oder? Zum Glück gibt es immer noch Dinge, die eine Wissenschaft nicht komplett erklären kann. Und wenn die Liebe wirklich nur ein reges Feuerwerk von Neuronen, Endorphinen und anderen Hormonen wäre, wo bliebe dann die Romantik? Nein, so leicht wollen wir, die wir uns so oft der Liebe wegen tätowieren lassen, nicht machen. Es steckt so viel mehr dahinter. Eine Tätowierung aus Liebe beinhaltet auch immer einen langwierigen Prozess. Liebesbekundungen auf der Haut entstehen nicht aus einer Laune heraus, sonst wäre ihre Grundlage nur eine kurzfristige Schwärmerei. Die Tätowierungen der Liebe sind lange und wohl überlegt und zu ihnen zählen die unterschiedlochsten Motive.
Da wäre zum Beispiel das Portrait der Mutter, des Vaters, der Kinder oder anderer liebgewonnener Verwandter. So erzählt uns Carsten aus Nürnberg: »Drei Wochen nach der Geburt meiner Tochter habe ich mir ein Portrait von ihr auf den Arm stechen lassen. Meine Frau und ich haben uns so sehr ein Kind gewünscht, mußten aber viele Jahre auf die Erfüllung dieses Herzenswunsches warten. Als ich mein Kind das erste Mal gesehen habe bin ich vor Glück fast geplatzt. Sie sah aus wie ein kleiner Engel. Dieses Bild, diesen Moment wollte ich festhalten und immer bei mir tragen, darum mein Tattoo.«
Eines der verbreitetsten Motive der Liebe ist natürlich das Herz. Es ist das Symbol schlechthin und die Tatsache, daß es seine Bedeutung, um welche Liebe es sich handelt, anderen gegenüber nicht sofort und eindeutig erklärt, macht dieses Tattoo-Motiv zu etwas ganz Persönlichem.

Andere Motive wiederum beschäftigen sich mit weniger schönen Momenten. Sie sind Zeichen der Erinnerung und oftmals auch Ausdruck der Trauer. Das Portrait des verlorenen Sohnes, des verstorbenen Vaters, des so sehr geliebten Vierbeiners. Psychologen wissen heute, daß in Momenten des Verlustes, eine Tätowierung eine gute Möglichkeit ist derart schmerzhafte Erlebnisse erfolgreich zu verarbeiten und letztendlich zu bewältigen. Eine Tätowierung ist etwas Endgültiges, etwas Bleibendes und sie wird mit Schmerz und Blut bezahlt. Es gibt wohl kaum eine intimere Art einen Verschiedenen zu ehren. Bei diesen Motiven, die letzten Endes in Trauer entstehen, aber auch hier die Liebe als Grundlage besitzen, werden oft Geburts- und Totestag als Schrift mit in die Tätowierung integriert
Wieder andere Liebes-Motive beschäftigen sich mit der Gegenwart. Sie bezeugen Freundschaften, sind Bekenntnisse des Glaubens oder zeigen ganz einfach die Liebe zu einer Lebensart. Oft sind selbst die einfachsten Tätowierungen, die zunächst nicht den Anschein machen, aus Liebe gestochen worden zu sein, mit äußerst vielen Emotionen verbunden. So tragen zum Beispiel viele professionelle Tätowierer aus liebe zu ihrem Beruf das Motiv einer Tattoo-Maschine auf ihrer Haut. Tätowierer bestätigen immer wieder, daß dieser Beruf nicht vergleichbar ist mit anderen Berufen. So oft entsteht eine Art Band, zwischen ihnen und ihren Kunden, sie nehmen teil, an den Beweggründen eines Tattoo-Motives und an dessen Geschichten.

Tätowierungen entstehen aus den unterschiedlichsten Motivationen. Die Beweggründe für ein Tattoo, sind mindestens ebenso zahlreich wie die Motivvielfalt selbst und so bietet ein Tattoo die perfekte Möglichkeit Szenen eines Lebens und eine persönliche Einstellung in Form eines Bildes auf der eigenen Haut zu verewigen. Die Tätowierungen aus Liebe gehören unweigerlich zu den emotionalsten und auch bedeutungsvollsten Körperbildern unserer modernen Tattoo-Welt. Egal wie klein oder auch groß eine Tätowierung auch sein mag, für den Träger selbst steckt so viel mehr dahinter, als der bloße Betrachter und vielleicht auch die Wissenschaft je vermuten mag. Für niemanden sonst, als für den Träger selbst, muß sich der Sinn einer tätowierten Liebesbotschaft erklären. Und so sind gerade diese Tattoos vielleicht die schönsten und zugleich wichtigsten Motive überhaupt, denn sie sind immer der beste Beweis unserer Liebe und somit Menschlichkeit. «

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