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Convention

Fusionsreaktor Berlin

Warm war’s – also so richtig warm – irgendwo zwischen Backofen-Oberhitze und Sonnen-oberflächen-Kernfusions-Temperatur. Die internationale Tattoo-Convention Berlin fand früher stets im Dezember zu winterlichen Temperaturen statt. In diesem Jahr tauschte das Messe-Team rund um Veranstalter Frank Weber, Schneeschaufel und Streusalz gegen Sommerwärme und Sonnenschein.

Die Messe am Wochenende des 2. bis 4. August war meine allererste Kurzehosen-Berlin-Convention, denn in den vielen Jahren zuvor wurde das Event stets von jahrestypischen Temperaturen begeleitet. Für die neue Sommer-Messe hatte Veranstalter Frank aber nicht nur den Terminkalender auf den Kopf gestellt, sondern gleich auch eine neue Location als Austragungsort auserkoren. Die „Station“ am Gleisdreieck ist für Veranstaltungen, wie die berühmte Tattoo-Convention, perfekt geeignet und aus diesem Grunde auch eine sehr gute Wahl. Zwar war der alte Austragungsort „Arena“ auch gut, aber die „Station“ bietet einfach mehr Platz, Licht und Ambiente.
Für uns fand der Aufbau bereits am Donnerstag statt, denn unser Messestand samt ca. 5.000 Kilo an Büchern und Magazinen benötigt schon ein wenig Zeit zur entgültigen Fertigstellung. Da war es natürlich toll, dass wir (Irononiemodus ON) bei den 35 Grad echten und gefühlten 60 Grad Celsius nicht frieren mußten (Ironiemodus OFF). Nein, ernsthaft, der Wechsel von der Winter- zur Sommer-Veranstaltung war absolut richtig, das bestätigen auch die vielen Aussagen der Aussteller und Besucher. Den meisten haben neben den wärmeren Temperaturen, natürlich vor allem die neue Location gefallen. Auch der Gastrobereich wurde von vielen Besuchern und Ausstellern mehrfach lobend erwähnt.

Das Unterhaltungsprogramm war typisch Berlin, nämlich einfach klasse. Neben Rock und Pop, sowie Rap-Musik wurden noch viele weitere Live-Acts auf der großen Conventionbühne präsentiert. Neben schaurig-schönen Suspension-Shows von Chandler und Crew gab es natürlich wie immer die beliebten Tattoo-Wettbewerbe und die alljährliche Wahl zur Tattoo-Queen. Der Contest wurde wieder in unterschiedliche Kategorien eingeteilt und erhielt auch zur 23. Ausgabe eine große Aufmerksamkeit. Was in Berlin an Tattoos auf der Bühne präsentiert wird, ist schon allerhand, denn in der Hauptstadt geben sich bekanntermaßen die besten internationalen Künstler die Klinke in die Hand. Auffällig in diesem Jahr waren die vielen Tätowierer aus Russland. Top-Künstler Pavel Angel aus Moskau hatte etliche seiner Landsleute mit im Schlepptau und begeisterte durch viele extrem eindrucksvolle Realistik– und Fantasy-Tätowierungen.
Für alle anderen Stilrichtungen gab’s ebenfalls eine große Auswahl an hervorragenden Spezialisten. Egal ob traditionelle Tribal, Oldschool, Newschool, Biomechanik oder Fantasy, hier wurde man fündig. Egal ob kleine Einsteigertattoos oder riesige Rückenmotive bis hin zu spektakulären Ganzkörpertätowierungen – in Berlin hatte man für nahezu jeden Motivwunsch passende Künstler eingeladen.
Für uns als Aussteller war eine weitere große Wohltat das diesjährig von uns gebuchte Hotel. Das Mercure liegt direkt auf der anderen Straßenseite zur Tattoo-Convention und war daher mit ein paar klitzekleinen Miezekatzen-Sprünge zu erreichen. Einziges Manko war das Fehlen von klimatisierten Zimmern, was bei den tropischen Temperaturen zum Messewochenende dann wieder nicht ganz so angenehm war. Aber wir wollen uns über den Wettergott nicht beschweren. Die erste Berlin-Convention seit Jahren ohne Schnee war für uns Grund genug für umfangreiche Freudengesänge.
Auf der Bühne führte Moderator Detter wie immer gekonnt, informativ und unterhaltsam durch das Programm und überall in der Halle traf man freundliche und hilfsbereite Messemitarbeiter, die den Besuchern mit Rat und Tat zur Seite standen. Sowohl die große Haupthalle, als auch die schmalere und kleinere Nebenhalle waren mit sehr breiten Gängen ausgestattet, so dass Gedrücke und Geschiebe durch zu enge Wege bei großem Publikumsandrang weitestgehend vermieden wurde. Vor der Haupthalle war ein riesiges Außenareal, in dem sich die Besucher bei kalten Getränken tummelten und sich von Airbrush-
Shows und Jonglage unterhalten ließen.
Direkt hinter dem Eingang erwartete eine große Tattoo-Kunstausstellung die Besucher und stimmte sie direkt passend auf das Thema Körper und Kunst ein. An mehreren Stellen wurden Getränke und am hinteren Ende der Haupthalle auch warme und kalte Speisen verkauft.

Der Locationwechsel von Arena zu Station ist meiner Meinung nach absolut problemfrei verlaufen und auch der Wechsel im Kalender war für die große internationale Convention nur von Vorteil. Das kleinere Tattoo-Festival im Huxleys wechselt nun auf den 06. bis 08. Dezember und feiert dann, in etwas kleinerem Rahmen, ein echtes Tattoo-Jahresfinale. Wir werden auch im Dezember wieder in Berlin mit dabei sein und für euch auch von diesem Event berichten.

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