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ENTERTAINMENT

Beginnt jetzt das grosse Messe-Sterben?

Mit dem grossen Boom der Tattoo-Szene kamen auch immer mehr Messen auf den Plan. Haben wir jetzt ein Überangebot? Welche Messen überleben und welche nicht?

Dass Messen wie Pilze aus dem Boden sprießen war eigentlich nur eine Frage der Zeit, denn überall dort, wo große Erfolge gefeiert und hohe Einnahmen locken, da gibt es Nachahmer ohne Ende. Das ist in der normalen, freien Marktwirtschaft so und das ist eben ganz genauso in der Tattoo-Szene zu finden. Seit einiger Zeit beobachten wir hier aber ein immer größer werdendes Problem: Ein ständig weiter wachsendes Angebot in Form von Conventions, bei gleichbleibender Nachfrage in Form von Besuchern. Ergo teilen sich die vorhandenen Besucher auf immer mehr Events auf, die dann für sich gesehen, stark sinkende Besucherzahlen aufweisen. Das geht dann so weit, dass Veranstalter in die roten Zahlen kommen, die Notbremse ziehen und das Event einstellen. Aber wie wird der Convention Kalender in einigen Jahren aussehen? Reguliert sich das Problem von ganz alleine, oder werden viele Messen ihren Betrieb einstellen müssen?

Schon in den vergangenen Ausgaben haben wir uns einem szenebekannten und oft besprochenen Streit-Thema gewidmet. Hierbei halfen uns die beiden Tattoo-Fans Niklas aus Düsseldorf und Daniel aus Wuppertal. In dieser Ausgabe streiten die beiden über das überaus kontroverse Thema „Beginnt jetzt das große Messe-Sterben?“.

Tattoo-Spirit: Vielen Dank an euch zwei, dass ihr euch auch für das zweite Streitthema Zeit genommen habt. Wie seht ihr die Problematik? Werden viele der heutigen Conventions aufgrund eines möglichen Überangebotes bald aufhören zu existieren? Was meint ihr?
Daniel: Das Problem ist nicht einfach nur ein Überangebot, das Problem sind vor allem Veranstaltungen, die von Leuten gemacht werden, die zum einen überhaupt keine Ahnung von solchen Events oder der Tattoo-Szene haben und die zum anderen aus reiner Profitgier handeln und eine Messe mit minimalstem Aufwand und wenig Kosten einfach nur hinrotzen, damit sie mit wenig Arbeit maximal Kohle ziehen können. Damit präsentieren sie eine unterirdische Messe, die sowohl von Besuchern als auch von Tätowierern im nächsten Jahr gemieden wird, was diesen Veranstaltern aber egal ist, weil sie eh, wie Heuschrecken von einem Kuhdorf zum nächsten ziehen.
Niklas: Wanderheuschrecken? Willst du jetzt diese Veranstalter mit Investment-Bankern und Immobilien-Haien vergleichen? Das ist aber starker Tobak, den du da behauptest.
Daniel: Das ist genau das selbe Prinzip, ja. Geh’ mal ins Internet und schau dir auf den Messe-Kalendern die Termine an. Da gibt es an manchen Wochenenden gleichzeitig 12 und mehr Veranstaltungen und dann von Veranstaltern, die wahrscheinlich selbst null Ahnung von der Materie haben.
Niklas: Ach komm’ schon. Im Grunde sind doch alle Messen irgendwie gleich.
Daniel: Absolut NEIN. Das ist das selbe, als wenn man behaupten würde, dass jedes Essen gleich wäre. Ich bin in den vergangenen Jahren auf so vielen verschiedenen Messen gewesen. Bei Messen gibt es so viele unterschiedliche Details, die so ein Wochenende individuell machen. Wer sich bei Messen viel Mühe gibt, da merken das die Besucher einfach. Und die schwarzen Schafe dieser Szene, die servieren einfach nur Fast-Food Conventions.
Niklas: Okay, aber die Geschmäcker sind ja nunmal verschieden und manche lieben ja Fast-Food.
Daniel: Quatsch. Doch nur so lange, wie dieser Fraß überhaupt irgendwie genießbar ist. Fast-Food Conventions zerstören die guten Messen, das ist die traurige Realität.
Niklas: Wieso sollten sie das können?
Daniel: Schau, wenn der interessierte Erstbesucher auf eine dieser dubiosen Messen kommt und ihm wird nichts geboten, weder Unterhaltung, noch gute Tätowierer, noch angemessene Preise. Dann wird er enttäuscht wieder nach Hause fahren. Ein paar Monate später fragt ihn ein ebenfalls unerfahrener Freund, ob er mit auf eine Messe kommt. Er wird ablehnen mit der Begründung, dass er schon mal auf einer Messe war und diese echt schlecht fand. Er kennt die gute Messen gar nicht, hat also keinen Vergleich und entscheidet sich nach dem Besuch einer Fast-Food Messe, zukünftige Besuche ganz einzustellen. Genau dass, habe ich mehrfach in meinem Freundeskreis erlebt.
Niklas: Ich verstehe. Du meinst, dass die Heuschrecken durch ihre Gier die Besucher für die guten Messen verbrennen.
Daniel: Exakt.
Niklas: Und du meinst, dass viele Messen in Zukunft verschwunden sein werden?

Daniel: Ja, das denke ich.
Niklas: Und du scheinst da ja ordentlich stinkig darüber zu sein.
Daniel: Irgendwie schon, denn ich gehe sehr gerne auf Conventions, aber diese Schrott-Events bedrohen die Messen, die ich echt mag.
Niklas: Aber dann kommen wir zur Frage des Abends: Wie erkenne ich eine gute Messe und eine Schrott-Messe?
Daniel: Das ist in der Tat eine gute Frage. Dazu einfach eine Gegenfrage inklusive Antwort:Wie erkennt man einen guten Tätowierer? Indem man sich umfassend informiert. Das ist bei Conventions ganz genauso. Einfach ein paar Anhaltspunkte: Es hat einen Grund, warum zum Beispiel die Messe Berlin bereits zum 29. mal stattfindet, es hat einen Grund, warum es die Wuppertal Messe bereits 19 Jahre gibt.
Niklas: Soll das heißen, dass junge Messen nicht gut sind?
Daniel: Um Gottes Willen nein, natürlich nicht. Aber ich würde einem Besucher folgendes raten: In Zeiten von Google ist eigentlich vieles leichter. Schau dir nicht nur den Eintrittspreis und die Entfernung zur Messe an. Schau dir einfach auch mal den Veranstalter an. Gute Veranstalter kommen meist selbst aus der Tattoo-Szene und kümmern sich um ein, zwei, vielleicht auch drei oder vier Events pro Jahr – aber nicht um 15 oder 20, die dann vielleicht noch alle zum ersten Mal stattfinden. Da kann ich mir gleich denken, dass solche Messen nix bringen.

Im nächsten Streitthema beschäftigen wir uns mit der Frage, ob und wenn ja, wie sehr frische Tattoos die realistische Bewertung einer Tätowierung verfälschen.

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