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LEXIKON

Marquesaner

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Marquesaner, Tattoo, Tribal, Muster, polynesisch, Maori, die Marquesas: Inselgruppe in der Südsee, Tätowierungen. Die Tribal-Muster der Marquesaner haben die polynesischen Tätowierungen und andere Tribal-Tattoos stark beeinflusst. Von ihren Tribal-Tattoos werden auch heute noch viele Tätowierungen abgeleitet.

Im Vorlagen-Magazin Tatto-Spirit , Ausgabe 33, wurde der Bericht über die Marquesaner erweitert:

In Ausgabe 32 hatte man sich mit der Geschichte der Tribal-Tätowierungen beschäftigt. Zu den bedeutendsten Tattoos dieser Stilrichtung zählen in erster Linie die marquesanischen Muster. Sie haben sowohl die polynesischen als auch die meisten anderen Tribal-Motive stark beeinflusst. Einige dieser Motive, ihre Herkunft und vor allem ihre Bedeutung wollen wir euch an dieser Stelle ein klein wenig näherbringen.

vai’o’kena
Dieses Tattoo wird Bad von Kena genannt. Kena ist einer der Helden der polynesischen Kultur. Es beinhaltet vier erweiterte Bögen, so dass zwischen ihnen eine freie Fläche entsteht. Diese Flächen stehen für das Bad oder auch Becken von Kena. Zu einem Rombus reduziert, findet sich dieses Ornament in vielen Variationen auch in Mehrfachkombinationen.

kake
Das Kake-Tattoo bedeutet soviel wie Aufstieg oder Auferstehung. Kake-Muster sind immer in einem Bogen geformt. Starke äußere Linien und ein rechtwinkliger Bogen charakterisieren dieses Motiv. Das Kake-Tattoo entstammt aus der Tikifigur und zwar aus dessen Armmustern. Das Tattoo bedeutet soviel wie weggehen
oder in die Berge hinaufsteigen.

káutupa poriri
Dieses Tattoo trägt auch den Namen Kniegesicht . Es folgt der alten Tradition, diverse Körperflächen mit runden Formen und Mustern zu verzieren. Es entstand dem Kake-Tattoo , welches hier halbiert und modifiziert wurde. Wird dieses Motiv auf die Wade tätowiert, so nennt man es Poriri – Wadengesicht . Der Ursprung ist aber weiterhin der Kake-Bogen.

niho-peata
Das Niho-Peata ist das klassisch polynesische Tattoo-Motiv. Es kann auf nahezu alle Körperteile tätowiert werden. Oft wird es zusammen mit starken schwarzen Streifen gestochen. Niho-Paeta heißt übersetzt soviel wie Haizähne . Verständlich, wenn man sich das Muster genauer ansieht. Niho bedeutet Zahn und Peata bedeutet Hai. Dieses Tattoo ist ein Zeichen für Familiensinn und den Einsatz für die Familie

fe’o’o
Das Feoo oder auch fe’o’o der Marquesas bedeutet Kompass oder auch Schwingung eines Alarmsignals . Das Tattoo wurde sehr häufig auf das Knie oder die Schulter tätowiert und erinnerte seinen Träger daran, woher er kommt, wohin er gehört und mahnt ihn vor den Gefahren des Lebens. Das fe’o’o wurde früher in der Regel von Männern getragen. Es hat viel Ähnlichkeit mit den ozeanischen Blumen- bzw. Sternmotiven.

ipu-ao
In der Sprache der Marquesaner bedeutet das Wort iup soviel wie Schale/Gefäß . Ao bezeichnet die Welt der Lebenden und des Lichts. Das Wortteil pu bedeutet Quelle oder Ursprung. Die Tätowierung wurde oft in der Nähe der Achselhöhle platziert. Das Motiv unterscheidet sich bei Männern und Frauen leicht.

papua
Dieses Tattoo wurde meistens von Frauen getragen. Im Allgemeinen bedeutet papua soviel wie Einfriedung . Im übertragenen Sinne soviel wie fruchtbarer Garten . Männer trugen dieses Tattoo, wenn auch nur selten, in einer stark abgewandelten Form.

matahoata
Das Wort setzt sich zusammen aus mata und hoata . Mata bezeichnet das Äußere einer Sache sowie Gesicht und vor allem das Auge. Im pazifischen Raum galten die Sterne seit jeher als die Augen bzw. die Blicke der Verstorbenen, die über die Lebenden wachen. Hoata hat die Bedeutung klar und leuchtend . Somit kann das Wort matahoata mit leuchtende Augen übersetzt werden und ist ein Symbol für die Seelen der Toten. In abgewandelter Form wurde matahoata auch gern zur Flächenfüllung verwendet. Mit einem kleinen Mond ergänzt, war dieses Tattoo ein Zeichen der Häuptlinge und war den Stammesführern vorbehalten.

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