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LEXIKON

Herbert Hoffmann

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Herbert-Hoffmann – Tätowierer aus Leidenschaft –

Bevor Herbert-Hoffman am 30. Juni 2010 in Appenzell verstarb, galt er schon zu Lebzeiten als Legende, denn er war zu dieser Zeit der älteste Tätowierer der Welt  der  immer noch tätowierte.

INHALT:

1. Er gründete in Hamburg auf St. Pauli die älteste Tattoo-Stube Deutschlands.

2. Herbert-Hoffmann wude zu Lebzeiten mit der Aufnahme in die Hall-of-fame geehrt.

3. Sein allererstes Tattoo war das Seefahrermotiv Glaube, Liebe, Hoffnung 4. Herbert Hoffmann tätowierte schätzungsweise 40.000 bis 50.000 Menschen. 

Die komplette Tattoo-Gemeinde, ob Tätowierer oder Convention Veranstalter ob Messe Händler oder Tattoo Fans – alle verehrten und mochten ihn, den bärtigen freundlichen Mann, der so viele Geschichten über sein Leben und das Tätowieren erzählen konnte. Als man von seinem Ableben erfuhr, ging ein Ruck durch die Tattoo Szene. Obwohl man wußte, dass es irgendwann einmal passieren würde – man hatte es immer verdrängt, denn Herbert Hoffmann gehörte dazu. Er war ein Bestandteil der Tattoo Geschichte. Auf fast jeder renommierten Convention in ganz Europa war er als eingeladener Gast anwesend, und oftmals gab er sein jahrzehnte erarbeitetes Wissen als Gast Dozent an die interessierten Tätowierer weiter. Niemand wollte so recht glauben, dass er nicht mehr anzutreffen war. Schließlich hat er sechzig Jahre lang mit seiner Tätowierkunst fremde Haut geschmückt. Er selbst hatte sich 1949 als erstes Tattoo das Seefahrer Motiv Seemannsgrab auf die Innenseite seines linken Unterarms tätowieren lassen. Dieses Seemannsgrab ist eine Collage aus Kreuz – Herz  – Anker . Sie symbolisieren Glaube – Liebe – Hoffnung . Noch an seinem siebzigsten Geburtstag erfüllte er sich einen Wunsch und ließ sich neben seinen unzähligen Tätowierungen auch seine beiden Hände bis zu den Fingerspitzen tätowieren.

1. Der Meister-Tätowierer gründete in Hamburg auf St. Pauli die älteste Tattoo-Stube Deutschlands.

Über 60 Jahre lang schmückte er die eigene und fremde Haut. Der Anker wurde zu seinem Markenzeichen, das er immer wieder stechen mußte. Am 30. Juni 2010 ist die Tattoo Legende Herbert-Hoffmann in Appenzell gestorben. Nachstehender Absatz ist von der Quelle: http://www.herbert-hoffmann-taetowierungen.de/main.html :

Herbert-Hoffmann, heute 90 Jahre alt, gilt als lebende Legende. Seine Lebensgeschichte ist untrennbar mit seiner Leidenschaft für Tätowierungen verbunden. 1919 in Stettin als Sohn eines Fleischermeisters geboren, wuchs der Junge behütet in einer kinderreichen und strengen, aber wohlhabenden Handwerkerfamilie auf. Der nach strikt puritanischen Grundsätzen erzogene Herbert bewunderte schon früh die Tätowierungen der einfachen Arbeiter, die er mit Fleiß und Rechtschaffenheit assoziierte. Wegen des Tätowierverbots im Dritten Reich kam Herbert-Hoffmann erst nach der Rückkehr aus vierjähriger russischer Kriegsgefangenschaft im Alter von dreißig Jahren zu seinem ersten eigenen Tattoo. Seit 1951 arbeitete der gelernte Kaufmannsgehilfe als Amateurtätowierer. Von seinem Freund und väterlichen Vorbild Christian Warlich, dem König der Tätowierer, wurde Herbert Hoffmann sogar zum Kronprinzen gekürt. 1961 übernahm er den Laden eines ehemaligen Schrotthändlers auf der Hamburger Reeperbahn. Sein Geschäft nannte er die „Älteste Tätowierstube Deutschlands“ und machte es zu einem berühmten Laden innerhalb Europas: Hamburg, St. Pauli, Hamburger Berg 8. Zu seinen Kunden zählten neben Seeleuten und Hafenarbeitern auch einige prominente Persönlichkeiten, die den exotisch-anrüchigen Ort auf St. Pauli nur heimlich besuchten. Herbert Hoffmann hat viele von ihnen nicht nur tätowiert, sondern auch fotografiert und ihre Lebensgeschichte aufgezeichnet.

2. Der Kruhm-Verlag ehrte Herbert-Hoffmann zu Lebzeiten mit dem nachstehenden Urkunden-Eintrag und die Aufnahme in die Hall-of-fame in Ausgabe 35.

Herbert-Hoffmann – die lebende Tattoo Legende . Es gibt kaum eine Tattoo Convention bei der er nicht schon zu Gast gewesen ist, und allen professionellen Tätowierern in Europa ist er ein bekanntes und beliebtes Vorbild. Herbert Hoffmann wurde 1919 geboren. In einer aufstrebenden, begüterten, protestantischen Fleischerfamilie aufwachsend, hatte er eine sehr strenge Erziehung nach preußischen Tugenden. Es folgten Volksschulbesuch, Kaufmannslehre, Arbeit als Kaufmannsgehilfe. Herbert wurde im Arbeitermilieu groß. Um ihn herum lebten einfache Menschen, arme Tagelöhner, harte Arbeiter. »Ich empfand eine Hochachtung vor diesen anspruchslosen, arbeitsamen und zufriedenen Menschen. Viele, sehr viele von ihnen waren tätowiert … sie wurden meine Vorbilder.« 1939 Reichsarbeitsdienst in Pölitz bei Stettin, dann 1941–1945 Wehrmachtsoldat im Russlandfeldzug bei den Fernmeldern. »Als ich 1943 einen stark tätowierten Hafenarbeiter arglos fragte, ob er mir sagen könne, wo ich mich tätowieren lassen könnte, antwortete er mir: »Ich bin gerade erst aus dem KZ gekommen, ich will nicht wieder dahin zurück!«

3. Sein allererstes Tattoo war das Seefahrermotiv Glaube, Liebe, Hoffnung Bis 1949 war Herbert in Kriegsgefangenschaft in Lettland. Nach seiner Heimkehr aus der Gefangenschaft arbeitete er eine Zeit lang als Anzeigen-Aquisiteur und Vertreter in Bad Kissingen, später in Düsseldorf. Sein allererstes Tattoo war das Seefahrermotiv Glaube, Liebe, Hoffnung (Anker, Kreuz und Herz). »Seit dieser Zeit fragte ich alle Tätowierten, die ich auf den Reisen als Handelsvertreter sah, ob ich sie gratis tätowieren dürfte. Zehn Jahre lang habe ich Hunderte gratis tätowiert. Ich machte ihnen damit eine Freude und bildete mich selbst im Tätowieren fort.« 1960 wollte Herbert-Hoffmann bereits sein erstes Studio in Düsseldorf eröffnen, doch die Bürokratie kam ihm in die Quere, denn es folgte eine Ablehnung der Gewerbeerlaubnis mit der Begründung, Tätowieren sei kein Beruf. 1961 siedelte Herbert nach Hamburg über und übernahm dort das Tattoostudio von Paul Holzhaus am Hamburger Berg in St. Pauli. Christian Warlich, der König der Tätowierer, weiht ihn zum Kronprinzen. Nach dessen Tod 1965 führt Herbert die älteste Tätowierstube in Deutschland. Seine sympathische, ehrliche und zuverlässige Art machten das Tattoostudio schnell erfolgreich und überall bekannt. Lange Zeit blieb es das einzige Tattoostudio in ganz Deutschland.

4. Herbert Hoffmann tätowierte schätzungsweise 40.000 bis 50.000 Menschen.

In der Zeit von 1950 bis 1990 tätowierte Herbert schätzungsweise 40.000 bis 50.000 Menschen, etwa 400 tätowierte Menschen porträtiert er, wobei eine in der Tattoo-Szene einzigartige Sammlung von fast 3.000 Schwarzweiß- und Farbfotos entsteht. »Meinen tätowierten Vorbildern habe ich alles zu verdanken, was ich geworden bin. Zum einen selbst Tätowierter, wie ich es mir immer gewünscht hatte, und dann noch ein guter, erfolgreicher Tätowierer. Für mich gibt es keine Arbeit und keinen Beruf, in dem ich hätte glücklicher sein können.« Seit 1981 lebt Herbert eigentlich im Ruhestand in der Schweiz. »Er wohnt heute in Heiden (Schweiz), besucht Tattoo-Messen in ganz Europa, gilt als lebende Legende, als Pionier der Tätowiergeschichte. »Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, dann komme ich zu dem eindeutigen Resultat: Ich habe richtig gehandelt, dass ich mit Mutter Natur gelebt und mich nicht gegen sie gestemmt habe. Hätte ich aus angeblicher Rücksicht auf meine Umgebung oder aus ängstlichem Kleinmut meine Tätowierlust unterdrückt, so wäre ich zeitlebens unglücklich gewesen. Seit ich tätowiert bin, ist mein Leben schön und sinnvoll.«

Von Herbert-Hoffmann spricht man als dem ältesten Tätowierer der Welt. Er genießt in ganz Europa allerhöchstes Ansehen. Auf den unterschiedlichsten Tattoo-Veranstaltungen rund um den Globus ist Herbert stets ein gern gesehener Gast. Herbert hat sich wie kaum ein zweiter um das Wohl des Tätowierkunstwerkes bemüht, und ihm gebührt ein ganz besonderer Platz in der Hall-of-Fame. Hier findet man ihn neben Tattoo-Grössen, wie Christan-Warlich, Horiyoshi-III oder Tattoo-Theo, die sich ebenfalls um die Tattoo-Szene verdient gemacht haben.

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