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Tattoo-Theo

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„Tattoo-Theo“ oder mit bürgerlichem Namen: Theodor Hubert Hans Vetter war der Tätowierte vom Kiez – bis auf den Kopf war jeder Millimeter an seinem Körper mit Tattoos übersät. Die Geschichte des Tätowierens in Deutschland hat der Hamburger Theodor Vetter, genannt Tattoo-Theo, am eigenen Leibe erlebt und mitgestaltet.

INHALT:
1. Tattoo-Theo – seine ersten Jahre.
2. Sein Einzug in die Hall-of-fame des Tattoo-Spirit.
3. Gemeinsam mit Tattoo-Theo durch das nächtliche Magdeburg
4. Tattoo-Theo beobachtete den König der Tätowierer bei der Arbeit

1. Tattoo-Theo – seine ersten Jahre.

Tattoo-Theo wurde als für die Tattoo Szene verdiente Person in der Hall-of-fame in die Tattoo-Illustrierte Tattoo-Spirit Ausgabe 32 mit folgendem Bericht aufgenommen.

2. Sein Einzug in die Hall-of-fame des Tattoo-Spirit.

Die Spirit Hall-of-Fame – ein ganz besonderer Ort für ganz besondere Persönlichkeiten. Für Menschen, die unter uns weilen oder schon längst verstorben sind, aber deren Namen man in der Tattoo-Szene nie vergisst. Warum nicht? Weil sie sich mit Arbeit und ihrem Leben in einer ganz besonderen Weise für den Fortbestand und vor allem für die Entwicklung der Tätowierungen eingesetzt haben.

In Tattoo Spirit Ausgabe 32 wurde eine Persönlichkeit geehrt und in die Hall-of-Fame aufgenommen, die sich wie kaum ein anderer in Deutschland für die Tattoo-Szene eingesetzt hat und so ein Teil von ihr war. Die Rede ist von Tattoo-Theo. Bereits vor seiner Schulzeit ging Theo nicht etwa wie andere Kinder auf den Spielplatz, sondern viel lieber in die Tattookneipe von Christian-Warlich.

3. Tattoo-Theo beobachtete den König der Tätowierer bei der Arbeit

Dort beobachtete er, wie sich viele Seeleute vom alten König der Tätowierer verschönern ließen. So dauerte es nicht lange bis Theos Leidenschaft für die Hautkunst entfacht war. Im zarten Alter von 13 Jahren stach er sich kurz vor Kriegsende selbst sein erstes Tattoo: mit einer Nähnadel, Ofenruss und diversen anderen Inhaltsstoffen als Farbe. Von seinem großen Vorbild Warlich bekam Theo hierfür eine ordentliche Standpauke. Drei Jahre später hatte Warlich ein Einsehen mit seinem Bewunderer Theo und er stach ihm sein erstes richtiges Tattoo, ein Bild des Segelschiffes Gorch Fock, auf die Brust.

Von nun an sammelte Tattoo Theo seine Tätowierungen wie andere Leute Briefmarken. Mehr als 200 Tattoo-Künstler der unterschiedlichsten Nationalitäten verewigten sich auf Theos Haut und machten ihn so schon nach kurzer Zeit zu einem wandelnden Gemälde. Jedes einzelne Motiv, und sei es auch noch so klein, verband Theo mit einer ganz besonderen persönlichen Geschichte und einem besonderen Abschnitt in seinem bewegten Leben. Als Aushängeschild alter Tätowierkunst wurde Theo zu einem Markenzeichen von St. Pauli und für die Tattoo-Szene im allgemeinen. Kaum eine Zeitschrift oder ein TV-Sender, der nicht mindestens einmal über Theo, dem Tätowierten vom Kiez, berichtete. Jahrein jahraus reiste er zu den verschiedensten Tattoo-Conventions und erzählte jedem, der ihn danach fragte, von seinen aufregenden Geschichten.

3. Gemeinsam mit Tattoo-Theo durch das nächtliche Magdeburg

Es war im Jahr 2000, als ich selbst, eher durch Zufall, die Gelegenheit erhielt, mich ausführlich mit Tattoo Theo zu unterhalten. Ich war zusammen mit Redaktionskollege Arno auf der Tattoo-Convention Magdeburg. Am Samstagabend, kurz nach Ende des ersten Messetages, fragte ich den damaligen Veranstalter Peter Siwak (Tattoo-Studio Magdeburg) nach dem Weg zum Convention-Hotel. Peter erzählte mir, dass er den Weg an diesem Tag schon mindestens hundertmal erklärt hätte, und ich ganz einfach Theo mitnehmen solle, da der ebenfalls zum gleichen Hotel müsse und den Weg kennen würde. Ich fragte Theo also und wir machten uns auf den Weg. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, war, dass Theo den Weg zum Hotel in Wirklichkeit gar nicht kannte, sondern davon ausging, dass Arno und ich den Weg schon finden würden. Zu dieser späten Stunde gab es auch nirgends sonst jemanden, den wir nach dem Weg hätten fragen können. Und so fuhren wir fast drei Stunden durch das nächtliche Magdeburg auf der Suche nach unserem Hotel, mit Theo auf dem Rücksitz, der fröhlich eine Tattoogeschichte nach der anderen zum Besten gab.

In dieser Nacht habe ich mehr über Tätowierungen gelernt, als ich es je für möglich gehalten hätte. Von Verantwortung, Ehre und von Freundschaft erzählte Theo und wie sehr seine Hautbilder sein Leben beeinflusst haben. Ich war mehr als beeindruckt und wusste, dass ich mich noch lange an diesen Abend in Magdeburg erinnern würde.

Tattoo-Theo verstarb am 14. Juli 2004 plötzlich und unerwartet. Unter großer Anteilnahme der Tattoo-Szene wurde Theo auf dem Ohlsdorfer Friedhof beigesetzt, dort wo auch sein großes Idol Christian-Warlich seine letzt Ruhe fand. Auch wenn Theo nicht mehr unter uns ist, haben wir ihn doch niemals wirklich vergessen.

Tattoo-Theo war für die Tattoo-Szene eben so wichtig, wie die Tattoo-Größen Herbert-Hoffmann, Horiyoshi-III oder Christian-Warlich – nur um einige dieser besonderen Persönlichkeiten zu nennen.

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