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LEXIKON

Tribal

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Tribal – Tribal-Tattoo – Tribal Motiv – Tribal Vorlage – Tattoo-Tribal.

Für Tribal-Tattoos gibt es unzählige Tribal-Motive und noch mehr Tribal-Vorlagen. Triabal-Tattoos werden nicht nur nach der Geschichte der Tribal-Vorlagen gestochen, sondern inzwischen auch in alle Facetten abgewandelte, neue Fantasie-Tattoo-Motive.

INHALT:
1. Allgemeines über Tribal
2. Geschichte der Tribals
3. Am Anfang war das Feuer
4. Aus Krieg wurde schnell Kultur und Religion
5. Die Welt entdeckt mit James-Cook Tattoos
6. Tattoos fahren zur See und werden zu bedeutungsvollen Symbolen
7. Ende der 80er Jahre kam das große Comeback
8. Symbole, die Göttern huldigen sollten Tabu sein
9. Tribal Motive und Tribal Vorlagen sowie Schreibweisen

1. Allgemeines über Tribal

Tribals = aus dem engl.: „Stamm(es)“ = ornamentale, geschwungene Symbole, nahezu ausschließlich in Schwarz gestochen, basieren auf Stammes-Traditionen alter Naturvölker und (oder) Runenzeichen.
Tribal sind Symbole mit geschwungenen Linien und Flächen. Sie gleichen in ihrer Form einem Scherenschnitt Muster. In der Regel werden sie in Blackworks gestochen, also in schwarz. Die uns bekannten und verwendeten Tribal-Motive haben ihren Ursprung in Tahiti. Die Ornamente der Polynesen wurden in der frühen Seefahrt von Seefahrern nach Euro gebracht. Es waren auch die Matrosen, die sich tätowieren ließen. Im Laufe der Zeit wurden die Tattoo Motive immer westlicher, insbesondere mit maritimem Aussehen. Dazu gehörten Anker, Schwalben, Leuchtturm, Segelschiff, die Kanone usw.

Schon vor Tausenden von Jahren schmückten sich die Urvölker der Welt mit Tribal-Tattoos. Unterschiedlichste Symbole und Formen standen für Religions- und Stammeszugehörigkeit. Anfang des 18. Jahrhunderts brachten immer mehr Seeleute diese Tattoos aus dem Polynesischen Raum mit nach Europa. In den fernen Ländern waren Tribal-Tattoos bereits seit unzähligen Generationen fester Bestandteil der polynesischen Kultur. Zu Beginn des neuen Jahrtausends erlebten dann die Tribal vor allem in den westlichen Gesellschaften einen unglaublichen Boom, denn Tribal-Tattoos erschaffen nicht nur den Eindruck von Kraft, Stärke und Ästhetik, sondern sind darüber hinaus in der Lage, den menschlichen Körper individuell zu schmücken und zu formen. Mit Tribal-Tattoos kann man zum Beispiel den Rücken oder Bizeps eines Mannes breiter, größer und demnach kräftiger aussehen lassen. Filigrane, geschwungene Tribal-Motive betonen mit femininer Ästhetik dezent die Erotik einer modernen Frau. Tribal-Tattoos gibt es seit Tausenden von Jahren und es wird sie wohl noch mindestens ebenso lange geben. Vor allem für Neueinsteiger in die Tattoo-Szene sind Tribals  ideale Motive, da sie sowohl absolut zeitlos sind, als auch in sämtlichen Größen und Farben tätowiert werden können.
In einem Tätowiermagazin wie dem „Tattoo-Spirit“ werden Motive dieser Art gezeigt. Auch das Tattoo-Mag „Tattoo-Scout“ verschafft einen Überblick. Tattoo-Magazine sind generell eine gute Möglichkeit, sich über Motiv-Möglichkeiten zu informieren. Das Tattowier-Magazin „Tattoo-Studio“ hilft zudem bei der Wahl des Tätowierers.

2. Geschichte der Tribals

Im Tätowier Fachmagazin „Tattoo Spirit“, Ausgabe 32, wurde der nachstehende Bericht mit vielen Tattoo-Bildern zum Thema „Geschichte der Tribals“ veröffentlicht:

Auch wenn es für den einen oder anderen vielleicht ein Schock sein mag – Tätowierungen haben nicht mit PINK oder Lenny Kravitz angefangen. Nein, es gibt sie schon viel länger und zwar schon seit einigen tausend Jahren um genau zu sein. Wann und wie aber sind Tätowierungen denn nun entstanden? Wie haben sie sich zu ihrer heutigen Form und Vielfalt entwickelt und wohin wird die Reise gehen? Viele Fragen, für die wir so manch’ überraschende Antwort recherchiert haben.

Literatur-Tipp: Maori Bedeutungen

Maori Bedeutungen- Polynesien Tattoos – Volume 2 – Im Bereich der Tätowierungen genießen die Motive und Symbole der MAORI die größte Aufmerksamkeit und Nachfrage. Mit unserem neuen Buch Maori – Bedeutungen zeigen wir die Hintergründe dieser eindrucksvollen Motive auf und bieten ein Nachschlagewerk für alle Tattoo-Fans und Tätowierer. Das Buch ist hier online erhältlich: www.sina-shop.de

3. Am Anfang war das Feuer

Durch Feuer sind Tätowierungen auch entstanden. Lange Zeit haben Historiker über den wahren Ursprung der Körperkunst gerätselt, Theorien entwickelt und wieder verworfen. Heute geht man davon aus, dass Tattoos noch etliche tausend Jahre vor den allerersten uns bekannten Tätowierungen entstanden sind. In dunkler Vorzeit kämpften kriegerische Stämme gegeneinander. Ihre Waffen waren hauptsächlich Speere, deren Spitzen in der Glut des Feuers geschärft und gehärtet wurden. Wenn nun ein Krieger mit einer solchen Lanze verletzt wurde und er den Kampf überlebte, verblieben oftmals dunkle Rußpartikel der verbrannten Holzwaffe in der Wunde und färbten eine später abgeheilte Narbe tiefschwarz. An diesen schwarzen Narben konnte man einen erfolgreichen Krieger schnell erkennen. Heute geht man davon aus, dass sich bereits kurze Zeit später viele Kämpfer diese schwarzen „Kriegstattoos“ selbst beibrachten, um bei einem bevorstehenden Kampf den Gegner zu beeindrucken. Denn nichts schien furchteinflößender zu sein als ein Krieger, dem man schon auf den ersten Blick ansah, dass er bereits etliche Schlachten erfolgreich geschlagen und viele Feinde ins Jenseits befördert hatte. Eines der passendsten Beispiele für diese Kampf-Tätowierungen sind die Gesichtstattoos, sogenannte Mokkos, der neuseeländischen Maori. Vor einem drohenden Kampf versuchten die beiden Anführer der verfeindeten Gruppen in einem letzten Ritual die Schlacht, und somit Leid und Tod ihrer Stammesgenossen, zu verhindern. Beide Anführer versammelten ihre Krieger hinter sich und stellten sich dem gegnerischen Anführer entgegen. Mit wildem Kriegsgeschrei und furchteinflößenden Grimassen versuchten nun beide Anführer den Gegner derart zu beeindrucken, dass dieser sich zur Aufgabe entschied. In vielen Fällen schaffte es einer der Anführer, auf diese Weise einen Krieg zu gewinnen, ohne dass ein einziger Tropfen Blut fließen musste.

4. Aus Krieg wurde schnell Kultur und Religion

Nachdem Tätowierungen anfänglich nur als eine Art Kriegsbemalung dienten, wurden sie schnell zu einem festen kulturellen Bestandteil vieler Urvölker. Erst waren Tätowierungen nur den Stammesführern und Kriegern vorbehalten. Sie dienten ihnen als Schutz vor Gefahren. Bald aber wurden aus den ehemaligen Kriegstattoos nahezu alltäglicher Körperschmuck. Tattoos aus Tahiti, Neuseeland und Samoa gelten heute als die Wiege der Tribaltätowierungen, wie wir sie heute kennen. In allen dieser drei Kulturen wird der Körperschmuck-Ursprung den Göttern zugesprochen, die die Tätowierungen auf unsere Welt brachten. In Tahiti erzählt man sich die Legende von Kikiioani, dem Gott des Himmelsrot, in Neuseeland brachte Uetonga, der Enkel des Erdbebengottes die Tattoos auf unsere Erde und auf Samoa gelten Ta’ema und Tilifainga als die Götter der Tätowierungen.

Tattoos waren in diesen Gebieten Teil der Kultur und vor allem auch des Glaubens geworden. Das Ausüben der Tätowierkunst war stets ganz besonderen Meistern vorbehalten und nicht jedes Stammesmitglied durfte sich sein eigenes Tattoo-Motiv aussuchen. Tätowierungen waren einem strengen Reglement unterworfen, erfüllt von Ehre und Respekt gegenüber dem eigenen Gott und dem eigenen Volk.

5. Die Welt entdeckt mit James-Cook Tattoos

Am 11. April 1769 entdeckte der Brite James-Cook Tahiti und zugleich die ersten für Europäer bekannten Tätowierungen. In drei Fahrten erforschte und erkundete er diese neue Welt im Auftrag der englischen Krone. Auf seiner zweiten Reise wurde er von Omai, einem tahitianischen Prinzen begleitet. Cook brachte den von Kopf bis Fuß tätowierten Adligen an den englischen Hof. Dort war man restlos begeistert von dieser neuen Form des Körperschmucks. Die Nachricht vom »Indianer aus der Südsee« verbreitete sich schnell in Europa und Omai reiste durch etliche Länder und besuchte sogar Berlin. Immer wenn Omai von seiner Hautkunst erzählte, benutze er das Wort »Tatau«, was von den Europäern schnell in das Wort Tattoo abgeändert wurde. Der Tahitianer beflügelte die Fantasie vieler europäischer Wissenschafter, ja, sogar Schriftsteller und Musiker. In Frankreich erschienen Bildbände mit dem Titel »Die Erzählungen des Omai“ in London wurde das Theaterstück »Omai – eine Reise um die Welt« aufgeführt. Auf seiner dritten Reise nach Tahiti brachte James Cook den Prinzen Omai wieder in seine Heimat zurück, so wie er es dem jungen Insulaner vor Beginn der Reise versprochen hatte.

6. Tattoos fahren zur See und werden zu bedeutungsvollen Symbolen

In den folgenden Jahrhunderten wurden Tätowierungen in Europa fast ausschließlich von Seeleuten getragen. Anker, Totenschädel, Kreuz und Schwalbe kamen auf der Haut so mancher Seemänner um die Welt. In den meisten Fällen waren die Bedeutungen der Seefahrertattoos und die der Ureinwohner gar nicht so verschieden. Beide dienten in vielen Fällen als Schutz vor Unglück und Leid. Von den Häfen Europas aus begannen die Tätowierungen ihren Siegeszug in die Länder der ganzen Welt. Nachdem sich alle ihre eigenen Tattoomotive stechen ließen und der tahitianische Prinz Omai schon längst den Weg allen Irdischen gegangen war, gerieten auch die Tribalmotive allmählich wieder in Vergessenheit.

7. Ende der 80er Jahre kam das große Comeback

Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre feierten die Tribals das größte Motiv-Comeback in der Tattoogeschichte. Noch immer waren Tätowierungen etwas für Außenseiter und nicht für jedermann wie in unserer heutigen Zeit. Junge Tattoo-Fans entdeckten die alten Motive aus Tahiti, Neuseeland und Samoa aufs Neue. Der Reiz des Exotischen machte unglaublich schnell die Runde und jeder neue Tattoo-Fan wollte ein Tribal-Tattoo. Heute gibt es Tribalmotive in jeder nur denkbaren Form und Farbe. Die Fantasie von Tattoo-Fans und Tätowierern ist hier schier unbegrenzt und sorgt dafür, dass Tribal-Tattoos niemals aussterben werden.

8. Symbole, die Göttern huldigen sollten Tabu sein

Besonders die historischen Motive aus Samoa, Tahiti und Neuseeland haben ganz individuelle und tiefe Bedeutungen. Einige dieser Motive sollten für Europäer definitiv tabu sein, da sie Göttern huldigen oder Stammesfürsten und Kriegern vorbehalten sind. Die Völker dieser Länder haben aber kein Problem damit, wenn sich europäische Tattoo-Liebhaber Motive stechen lassen, die zum Beispiel, Liebe, Freundschaft oder den Schutz vor Bösem symbolisieren.

9. Tribal Motive und Tribal Vorlagen sowie Schreibweisen

Tribal waren früher einfache Zeichen. Die Reihenfolge der Aufwendigkeit begann bei einem Punkt und dem Kreis. Danach kam der Strich, das Dreieck und das Viereck. Aus diesen Elementen wurden die Tribal gebildet. Punkt an Punkt wurden Linien gebildet, die sich irgendwann von einer Geraden zu einem Kreis formten. Dreiecke wurde aneinandergereiht und wurden zu fantasievollen, schlangenartigen Tattoo-Mustern. Je mehr Bedeutungen solche Gebilde bekamen, um so umfangreicher wurde die Darstellung.

Heute gibt es fast alles als Tribal, denn jeden Gegenstand, den mit einem Scherenschnitt darstellen kann, ist auch als Tribal tätowierbar. Demnach kann man eine Palme ebenso tätowieren wie einen Delphin, eine Blume oder einen Engel. Ein Einhorn ist als Tribal Tattoo ebenso erkennbar wie ein Scherenschnitt, und ein Fisch ebenso wie ein Auto. Inzwischen gibt es unzählige Vorlagen Bücher, in denen Tribal Motive und Triabl Vorlagen für die verschiedensten Körperstellen gezeigt werden.

Solche Bücher findet man reichlich im Buch Shop von Tattoo-Spirit. Man kann sie käuflich am Messe Stand von Tattoo-Spirit erwerben, wenn das Team auf den großen Tattoo Conventions anwesend ist.

Mögliche Schreibweisen: Tribal-Tattoo, Tribal Tattoo, Tribaltattoo.

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