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Tätowierer

Liz Cook, USA

Willkommen in Chris 51’ Welt der unvollständigen Zufälligkeit. Für seine Verhör-Sessions sucht Chris sich einen willigen Gegenspieler aus der Szene aus und stellt ihnen die heftigen, rüden, peinlichen, albernen und irrelevanten Fragen, die andere nicht stellen, weil sie entweder zu ängstlich oder zu intelligent sind es zu tun.

Chris: Bist du sicher, dass du das hier machen willst, Liz? Ich kann rüde werden, absurd oder richtig versaut.
Liz Cook: Klingt, als würden wir die selbe Sprache sprechen!
Ich kann jetzt schon sagen, dass du Sportsgeist hast. In Bezug auf was, würdest du sagen, sind neue Kunden am naivsten?
Liz: Leute, die gerade damit anfangen sich tätowieren zu lassen und vielleicht nur Erfahrung mit traditionellen Tattoos haben, verstehen nnicht ganz, wie ich arbeite, vor allem wenn es darum geht, was ich dafür von ihnen brauche und was ich so gar nicht brauche. Wenn jemand von mir das beste Tattoo haben will, dass ich machen kann, dann ist es der falsche Weg, mich mit zu viel Informationen zu überschütten. Wenn Kunden sehr restriktiv sind, wenn es um die Farben geht, oder 40 verschiedene Sachen haben, die alle eingearbeitet werden sollen, dann verringert das wirklich das Potential. Ich glaube auch, dass Leute naiv sein können in Bezug darauf, wieviel Stress ein Tattoo für den Körper ist. Das ist wie ein komplettes Training und man sollte wirklich darauf vorbereitet sein, dass es übel wird. Haha. Es ist ein Tattoo, es wird weh tun!

Außerdem ist tätowiert werden nicht so, als ob man nach McDonalds oder in den Supermarkt geht. Jedes Tattoo ist einzigartig und individuell und manchmal glauben Neulinge, der ganze Prozess wäre ein Allerwelts-Ding. Sie erwarten, dass sie reinkommen und einen Half-Sleeve in ein paar Stunden kriegen können, ohne selbst irgendwelche Leistungen einbringen zu müssen.
Ich kenne deinen Mann und sei mal ehrlich, verwöhnst du ihn, oder muss er sich seinen Unterhalt verdienen?
Cookie verdient definitiv seinen Unterhalt! Wenn er nicht wäre … ich glaube nicht, dass ich mit dem Tätowieren so weit wäre, wie ich es bin, wenn er nicht wäre. Er ist so unglaublich talentiert darin, die Kunstfertigkeit und Einzigartigkeit jedes Tattoos und jedes Stils zu erkennen. Das hat mir immer geholfen, außerhalb der Konventionen zu denken und Tätowierungen, Kunst und dem Leben gegenüber offen zu bleiben. Er inspiriert mich auch sehr dadurch, wie er mit Menschen umgeht. Wir necken ihn immer damit, dass er ein geselliger Flattermann ist, aber er ist in Wirklichkeit eine sehr ernste Person, die einfach nur leuchtet. Wenn man in seiner Nähe ist, kann man einfach nicht anders, als zu lernen ein besserer Mensch zu sein.
Er ist Australier und wir wissen, dass das eine ganz speziell verrückte Brut ist. Was ist das Verrückteste dass er je für dich oder mit dir gemacht hat?
Eigentlich macht er keine verrückten Sachen mit mir oder für mich, außer wenn er feiert. Das macht er mit voller Kraft, lässt total das Tier raus. Es wäre nicht ungewöhnlich für ihn, wenn er hinter die Bar geht, um das Bier direkt aus dem Zapfhahn zu trinken, weil’s lustig ist. In Australien feiert man üblicherweise bis die Sonne aufgeht oder bis irgendwas kaputt geht. Cookie genießt es, das einzubringen und wenn seine Freunde in der Stadt sind, sorgt er dafür, dass sie eine gute Zeit haben.
Drei Wörter die dich am besten beschreiben?
Gründlich, leidenschaftlich, arbeitssüchtig.
Ich denke, dass das die perfekten Wörter sind, um in dieser Szene Erfolg zu haben, Mädel. Du bist eine attraktive, weibliche Künstlerin. War das für dich ein Vorteil als du in diesem Beruf angefangen hast, oder war es hinderlich?

Ehrlich gesagt hat es niemanden interessiert, als ich meine Ausbildung gemacht habe. Es gab andere Frauen im Laden, ich war also nicht die einzige. Ich krieg das nur selten mit. Ich mag es, mich schick zu machen und all das, aber letztendlich ist dein Geschlecht nicht wichtig. Manchmal ist es gut, wenn du ein Kerl bist, manchmal ist es gut, wenn du ein Girlie bist.
Magst du Erdnussbutterpralinen? (Peanut Butter Cups) Ich traue nämlich niemandem, der sie nicht mag. Ganz ernsthaft, dieses Interview ist vorbei, wenn du sie nicht magst.
Na, das ist ja gut, weil ich niemandem trauen würde, der jemandem traut der keine Erdnusbutterpralinen mag, hahaha! Ich liebe vor allem die kleinen. Das ist genau das Zeug, das innerhalb von zwei Sekunden weg ist, wenn es in meiner Nähe liegt.
Das ist eine echte Qualitätsantwort, okay, dann können wir weiter machen. Das bisherige Highlight deiner Karriere?
Ganz generell, eine erfolgreiche Künstlerin zu sein. In der Lage zu sein, meine Rechnungen zu bezahlen und das zu tun, was ich liebe. Auch, dass ich einer der Besitzer von Rebel Muse werden konnte. Ich bin groß geworden mit dem Gedanken, wieviel besser das Leben wäre, wenn wir unsere eigene Firma hätten (nicht dass das immer stimmen würde). Es war, und ist immer noch, ein großartiges Gefühl.
Für den Rest deines Lebens nur noch Black&Grey tätowieren, oder malen können, aber nicht mehr tätowieren oder eine riesige Erbschaft machen, aber beides nicht mehr machen können, such dir was aus.
Ich würde das Malen vermutlich dem Black&Gray-tätowieren vorziehen. Dann wäre ich wenigstens in der Lage, die komplette Bandbreite der Kunst zu nutzen. Ich liebe Black&Grey, aber meine Träume sind in Farbe. Das bin ich, bis auf den Grund.
Dein typisches Setup für deine typische Arbeit?
Was die Maschinen betrifft, benutze ich die „Intuition air machines“, „Inkjecta“, „Bishop Rotary“, „Dragonfly“, und „Soba coils“. Ink is Eternal, Normalerweise benutze ich meine neue Farbreihe zusammen mit vielen anderen ihrer Farben! Meine Nadeln und Tubes sind alle von TatSoul, und Redemption nutze ich fürs Tätowieren und die Nachsorge. Normalerweise bereite ich drei bis fünf Maschinen vor, je nach Tattoo. Und eigentlich habe ich immer, wenn es nicht gerade Black&Grey ist, eine große Farbpalette, aus der ich dann wählen kann.
Lieblingsfilm oder -schauspieler?
Ganz sicher Jim Carrey! Ich liebe „Me, Myself and Irene“.
Auf welcher Convention arbeitest du am liebsten?
An der Spitze sind da für mich definitiv „Inked Hearts“ in Humboldt Californien, weil das da wie ein Familientreffen ist, und die „Motor City Convention“ in Detroit, weil dort die Qualität der Künstler erstaunlich ist.
Ein tägliches Ritual?
Ich liebe es, mit dem großartigsten Vogel in der Welt, unserem Haustier Squeaker. Er ist ein Nymphensittich. Er hat uns eines Tages adoptiert. Wir haben ihn gefunden, als er draußen vor unserem Laden spazieren ging und er kam geradewegs auf unsere Auszubildende zu. Seitdem haben wir ihn. Er ist der coolste Vogel der Welt. Alle Gäste verlieben sich in ihn und er liebt es, auf dem Kopf von so ziemlich jedem zu chillen.
Du kannst für den Rest deines Lebens nur noch zu einem einzigen Song tätowieren … los!
Egal was von Lana Del Rey. Sie ist mein absoluter Favorit. National Anthem von ihr ist so ein großartiger Song.
Welches andere Talent hast du, von dem unsere Leser nichts wissen?
Ich bin ziemlich gut in Karaoke! Die meisten meiner Kunden finden das ziemlich schnell heraus, weil ich viele Momente habe, in denen ich den Leuten ein Ständchen bringe, während ich sie tätowiere. Ich kann einfach nicht anders.

Deine Lieblingssammlung? Und sei da jetzt keine Pussy, wir (Tätowierer) sammeln doch alle irgendwelchen nerdigen, dummen Scheiß!
Ich hab Comics gesammelt als ich Teenager war, aber jetzt hab ich angefangen, totes Zeug zu sammeln. Haha, wir haben im Moment ein totes Kücken in unserem Gefrierschrank, das wir preservieren wollen.
Was ärgert dich in der Tattoo-Industrie am meisten?
So sehr wir auch zusammen arbeiten, denke ich doch, dass wir uns mehr auf politischer Ebene zusammen tun sollten. Wir sind viele und sollten eine wichtigere Stimme in unserem Land haben, wenn es darum geht, unter anderem uns selbst zu schützen.
Da stimme ich dir definitiv zu. Hier ist meine „Was zum Geier?!“-Frage des Tages: Dein Ehemann kommt rein, während du gerade den krassesten, stinkigsten Haufen deines Lebens abgeseilt hast, ODER Instagram-Freunde sehen ein Video von dir, wie du erwischt worden bist, während du leidenschaftlich bei einem schrecklichen Nickleback-Song mitsingst?
Die „Krasser-Haufen“-Situation ist schon passiert! Hahaha, das hatte ich definitiv schon. Aber ich kann auch nicht behaupten, ich wäre noch nie bei Instagram beim Singen erwischt worden, es war aber definitiv nicht zu Nickleback.
Der EINE Künstler, der dafür sorgt, dass Liz Cook sich am Kopf kratzt und denkt ‘wie zum Geier macht er/sie das?’
Das ist ganz klar eine Konstante in meinem Leben. Ich werde stets von anderen Leuten inspiriert, die saugeile Arbeiten machen. Das motiviert mich sehr. Ich liebe es, wenn das passiert. Ich kann wirklich nicht nur eine einzige Person herauspicken, aber im Moment bin ich verliebt in die Sachen von Niki Norberg.
Wenn du nicht mehr tätowieren könntest, was würdest du tun?
Ich würde vermutlich schreiben oder unterrichten. Ich hab einen einfachen Abschluss in Kreativem Schreiben im College gemacht und ich finde, dass wir auf die eine oder andere Weise immer unterrichten, also wäre das ein ganz natürlicher Wandel.
Beende den Satz: Ich habe noch nie …
Einen Sprung aus einem Flugzeug gemacht! Ich hab keine Höhenangst, aber ich hab total Angst vor dem Fallen.
Wie kann man mit dir in Kontakt treten?
Ich habe eine ziemlich ausführliche Online-Beratung um alle Informationen an einem Ort zusammen zu haben. Du kannst sie auf meiner Webseite ausfüllen: www.Lizcooktattoo.com
Außerdem scheint in diesen Tagen jeder auf Instagram zu sein. Hier also meine Seite dort! @lizcooktattoo
Danke Liz, noch irgendwelche abschließenden Statements, abgesehen davon, dass das hier das großartigste und einfallsreichste Interview war, das du jeh gemacht hast lol?
Vielen Dank an jeden, der sich die Zeit genommen hat, das hier zu lesen und wenn ihr mich auf einer Convention oder sonstwo seht, zögert nicht zu mir zu kommen und ‘Hallo’ zu sagen.

Ich muss Liz danken. Sie hat sich mit mir geschlagen … und gewonnen. Liz ist mir eine gute Freundin der Szene und wenn du sie mal triffst, wirst du wissen, warum. Sie ist vermutlich eine der süßesten und bescheidensten Künstler, die ich je getroffen habe. Ich habe sogar schon bei verschiedenen Contests, an denen sie teilgenommen hat, in der Jury gesessen und ich kann euch versichern, dass es schwer ist, in ihren Arbeiten irgendwelche Fehler zu finden.
Sie mag eine sanfte Seele sein, aber ihre Tattoos sind Killer! Ich wäre geehrt, mal ein Tattoo von ihr zu bekommen … und das solltet ihr auch sein.

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